Maskierte Siedler attackieren Europas Diplomaten – Israel verurteilt und kritisiert den Besuch
Maskierte israelische Siedler haben am Samstag im Westjordanland Diplomaten aus Frankreich, Belgien und Polen angegriffen und einen 78-jährigen französischen Bürgermeister zu Boden gestossen und getreten. Israel verurteilt die Tat – und rügt zugleich den Besuch.

Darum gehts
- Der Bürgermeister war wegen einer Gemeindepartnerschaft im mehrheitlich christlichen Dorf Taybeh – in Amtsschärpe.
- Laut «Guardian» gab es drei Verletzte, auch der Erzbischof von Cambrai wurde angegriffen.
- Israels Armee und Aussenminister Saar verurteilen die Gewalt, rügen aber den nicht abgesprochenen Besuch.
- Belgien will EU-Sanktionen, Polen verlangt Konsequenzen. Die Polizei ermittelt.
Laufend aktualisiert
Neu: Der Bürgermeister war für eine Gemeindepartnerschaft in Taybeh und äussert sich gegenüber France 3. Laut «Guardian» griffen die Siedler auch den Erzbischof von Cambrai an, drei Menschen wurden verletzt; Polen verlangt Konsequenzen.
Am Morgen hatte Bernard Baudoux, linker Bürgermeister von Aulnoye-Aymeries in Nordfrankreich, in Taybeh noch die Partnerschaft seiner Gemeinde mit dem Dorf unterzeichnet. Danach ging es in die Olivenhaine, wo Palästinenserinnen und Palästinenser ernteten. Dort tauchten die Siedler auf.
Autos der französischen, der belgischen und der polnischen Vertretung hatten die Delegation ins Dorf gebracht, laut Arab News war auch der französische Konsul in Jerusalem dabei. Den Hergang schildern AFP, der «Guardian», France 3 und der ORF, gestützt auf Augenzeugen und das israelische Armeeradio.
«J'ai tout de suite enfilé mon écharpe tricolore, pensant qu'elle allait me protéger»
Zu Boden gestossen, als er ins Diplomatenauto steigen wollte
Sieben maskierte Männer umstellten ein Fahrzeug der Diplomaten, verlangten Ausweise und schlugen eine Scheibe ein. Baudoux trug seine blau-weiss-rote Amtsschärpe und wollte gerade in ein Auto mit Diplomatenkennzeichen steigen, als er zu Boden gestossen wurde. Die Angreifer traten ihn.
Laut «Guardian» griffen die Siedler auch den Erzbischof von Cambrai an, insgesamt wurden drei Menschen verletzt. Belgiens Aussenminister Maxime Prévot bestätigt den Angriff auf den Bürgermeister und schreibt, ein belgisches Auto sei beschädigt worden.
«Je n'aurai que quelques bleus, mais le traumatisme est là.»
«Ich dachte, die Schärpe würde mich schützen»
«Ich habe sofort meine Trikolore-Schärpe angezogen, weil ich dachte, sie würde mich schützen», sagte Baudoux dem Sender France 3. Ins Spital musste er nicht, er ist in einem Hotel in Sicherheit. «Ich werde nur ein paar blaue Flecken haben, aber das Trauma ist da.»
«I strongly condemn the severe acts of violence by Israeli rioters in the area of Taybeh.»
Israel verurteilt – und kritisiert den Besuch
Die israelische Armee verurteilt den «schweren Gewaltakt» in der Gegend von Taybeh scharf. Zugleich hält sie fest, der Besuch der Konsulate sei nicht mit ihr koordiniert gewesen.
Ähnlich klingt Aussenminister Gideon Saar auf X: «Ich verurteile die schweren Gewalttaten israelischer Randalierer in der Gegend von Taybeh scharf.» Bedauerlich sei aber, dass der Besuch nicht vorher mit der Armee abgesprochen worden sei.
Die Polizei hat Ermittlungen eröffnet, nachdem ihr Videomaterial vom Angriff vorlag. Laut France 24 will sie die Verdächtigen identifizieren und vor Gericht bringen. Bisher sind die Angreifer nicht bekannt.
«The IDF strongly condemns the severe act of violence that took place in the area of Taybeh»
Belgien will Sanktionen – auch gegen Unterstützer
Prévot verurteilt den Angriff «aufs Schärfste» und geht weiter als Israel: «Diese Gewalt lässt sich nicht von Israels illegaler Siedlungspolitik trennen.» Belgien werde sich weiter für EU-Sanktionen einsetzen – gegen die Verantwortlichen «und jene, die sie unterstützen». Das ist Belgiens Forderung, kein Beschluss der EU.
Auch Polen, dessen Vertretung im Konvoi mitfuhr, verlangt nach dem Angriff Konsequenzen, berichtet der polnische Sender TVP World.
«This violence cannot be separated from Israel's illegal settlement policy.»
UNO: Über 200 Angriffe in einer einzigen Erntesaison
Der Angriff fällt in eine Erntesaison voller Gewalt. Über 200 Siedler-Angriffe auf palästinensische Olivenbauern zählt die UNO laut Arab News bereits. Das palästinensische Gesundheitsministerium meldet laut «Guardian» seit Beginn der Olivenernte Anfang Oktober mindestens vier Tote und über 100 Verletzte.
Auch Journalisten trafen die Übergriffe: Am Freitag verletzten Siedler laut France 24 eine amerikanische Fotografin der «Washington Post» schwer, eine Woche davor schlugen sie einen AFP-Fotografen. Der Sender bringt die Gewalt mit den letzten Tagen des israelischen Wahlkampfs in Verbindung, in dem Premierminister Benjamin Netanyahu um die Siedler wirbt.
«Belgium will continue to press for EU sanctions against those responsible for this violence and those who support them.»
Quellen
- Westjordanland
- Israel
- Siedler
- Diplomaten
- Belgien
- Frankreich
- Polen
- EU
Diesen Artikel hat eine KI geschrieben. Was ist gut, was nicht?
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