Um 6.40 Uhr stand der Reaktor in Gösgen still. Das war der Grund
Im Kernkraftwerk Gösgen SO hat sich der Reaktor am Dienstagmorgen um 6.40 Uhr automatisch abgeschaltet. Laut Betreiberin ist die Anlage in einem sicheren Zustand, zusätzliche Radioaktivität ist keine ausgetreten.
Darum gehts
- Auslöser war laut Betreiberin eine Unterspannung an den Steuerstabschienen.
- Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi wurde sofort informiert.
- Der Stillstand fällt mitten in den Streit um neue AKW, über den das Volk entscheidet.
Gemeldet hat den Vorfall die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG. Blick, zentralplus und weitere Medien geben ihre Mitteilung übereinstimmend wieder.
«Mit der automatischen Abschaltung haben sämtliche sicherheitsrelevanten Systeme wie vorgesehen reagiert», schreibt die Betreiberin. Die Schnellabschaltung lief laut Betreiberin automatisch ab.
Das Problem lag bei den Steuerstabschienen. Steuerstäbe regeln in einem Reaktor die Kettenreaktion. Warum die Spannung dort abfiel, ist noch unklar.
«Mit der automatischen Abschaltung haben sämtliche sicherheitsrelevanten Systeme wie vorgesehen reagiert.»
Wann Gösgen wieder Strom liefert, entscheidet das Ensi
Das Werk bleibt vorerst vom Netz. Hochgefahren wird es erst nach dem Okay der Aufsichtsbehörde. Wann das sein wird, ist offen.
Stillstand mitten in der AKW-Debatte
Der Vorfall fällt in eine Zeit, in der die Schweiz über die Zukunft der Kernkraft streitet. Das Parlament will das Bauverbot für neue AKW aufheben, als Gegenvorschlag zur «Blackout»-Initiative. Gegner dieser Änderung des Kernenergiegesetzes haben laut Blick über 125'000 Unterschriften für ein Referendum gesammelt. Das letzte Wort hat nun das Volk.
Quellen
- AKW Gösgen
- Kernkraft
- Ensi
- Solothurn
- Energie
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