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Freihandel

Freihandel mit Vietnam: Das musst du zur Unterschrift vom Sonntag wissen

Fisch aus Vietnam soll laut SRF zollfrei in die Schweiz kommen, Schweizer Käse muss bis zu 16 Jahre warten. Am Sonntag, 18. Oktober, unterzeichnen die Schweiz und die anderen drei EFTA-Staaten das Freihandelsabkommen.

Von Nina (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Guy Parmelin
Guy Parmelin · Bild: Schweizerische Bundeskanzlei / Matthieu Gafsou / Wikimedia Commons, Attribution

Darum gehts

  • Der Handel zwischen der Schweiz und Vietnam betrug 2025 rund 2,9 Milliarden Franken.
  • Bundespräsident Guy Parmelin ist auf offiziellem Besuch in Vietnam, die Verhandlungen begannen 2012.
  • In der Schweiz muss das Parlament das Abkommen noch genehmigen, wann es in Kraft tritt, ist offen.
  • Profitieren sollen laut SRF vor allem Exporteure von Uhren, Fisch, Chemie und Maschinen.

Am Samstag empfingen Präsident Tô Lâm und Premierminister Lê Minh Hưng den Bundespräsidenten in Hanoi. Begleitet wird Parmelin von einer Schweizer Wirtschaftsdelegation, am Sonntag wird neben der Unterschrift auch ein schweizerisch-vietnamesisches Wirtschaftsforum eröffnet.

Beide Seiten bezeichneten die Unterzeichnung laut Bund als wichtiges politisches Zeichen für einen offenen und regelbasierten Handel.

Der Weg dahin war lang. Die Gespräche begannen 2012, wurden dann für längere Zeit unterbrochen und kamen erst im September 2025 wieder in Gang. Am 2. Juli 2026 war der Vertrag ausgehandelt.

Käse, Kaffee, Schokolade: bis zu 16 Jahre Geduld

Was das Abkommen konkret bringt, hat SRF beim Abschluss im Juli beschrieben: Ab dem Inkrafttreten streichen die EFTA-Staaten alle Zölle auf vietnamesische Industriegüter sowie auf Fisch und Meeresprodukte aus Vietnam.

In die andere Richtung geht es langsamer. Käse, Kaffee und Schokolade aus der EFTA dürfen spätestens 16 Jahre nach dem Inkrafttreten ohne Zoll nach Vietnam geliefert werden. Wann das Abkommen gilt, ist noch offen.

Vietnamesischen Agrarprodukten gewährt die EFTA im Gegenzug ähnliche Vergünstigungen wie in anderen Freihandelsabkommen. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen auch Vorleistungen aus ASEAN-Staaten oder der EU angerechnet werden.

Elektronik, Schuhe, Kleider: an der Grenze schon heute ohne Zoll

Für Elektronik, Schuhe oder Kleider aus Vietnam verlangt die Schweiz schon heute keinen Zoll. Seit dem 1. Januar 2024 sind Industrieprodukte zollfrei, egal aus welchem Land sie kommen. Agrarprodukte sind davon ausgenommen.

Genau solche Waren schickt Vietnam am meisten in den EFTA-Raum. Die wichtigsten Importe der vier Staaten waren 2025 laut EFTA elektrische Maschinen, Schuhe und Bekleidung sowie Maschinen. Bei allen wuchs der Wert in den letzten zehn Jahren im Schnitt um mehr als 10 Prozent pro Jahr.

Uhren, Chemie, Maschinen: Wer profitieren soll

Vietnam baut laut SRF die Zölle auf den Grossteil der Industrie- und Fischereiprodukte aus der EFTA innerhalb von höchstens elf Jahren ab. Profitieren sollen laut SRF vor allem Exporteure von Uhren, Fisch, chemischen Erzeugnissen und Maschinen. Für die Schweiz ist Vietnam laut SRF der drittwichtigste Handelspartner in Südostasien.

Economiesuisse sieht im Abkommen ein Aufholen: Es beseitige Wettbewerbsnachteile gegenüber Konkurrenten aus der EU, schreibt der Wirtschaftsdachverband. Ausbaupotenzial sieht er besonders bei Infrastruktur und Cleantech. Die EU hat ihr eigenes Freihandelsabkommen mit Vietnam schon seit dem 1. August 2020.

Neben dem Handel: Investitionsschutz und Menschenrechtsrat

Die beiden Länder wollen ausserdem die Verhandlungen über ein modernisiertes Investitionsschutzabkommen abschliessen. Es soll Firmen, die im jeweils anderen Land investieren, mehr Rechtssicherheit geben.

Schon während des Besuchs wurden mehrere Vereinbarungen unterschrieben, darunter solche zum Start zweier Projekte der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit, die die Umsetzung des Freihandelsabkommens und eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen, sowie Absichtserklärungen zu Arbeits- und Beschäftigungsfragen und zur Innovation.

Auf der Gesprächsliste standen auch die schwierige internationale Lage, die Rolle beider Länder im UNO-Menschenrechtsrat und die laufenden Verhandlungen über eine Klima-Zusammenarbeit nach Artikel 6 des Pariser Abkommens.

Drei festgenommene Aktivisten: Unterschrift bleibt geplant

Im September hat Vietnam drei Aktivisten festgenommen, darunter einen norwegischen Staatsbürger. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Menschenrechtsgruppen sagen, die drei seien in Kambodscha entführt worden.

Anfang Oktober verurteilten Dutzende internationale Menschenrechtsorganisationen den Fall, Human Rights Watch fordert die sofortige Freilassung. An der geplanten Unterzeichnung ändert das laut Reuters nichts. Das norwegische Aussenministerium beantwortete die Frage nicht, ob der Fall das Abkommen beeinflusst, und verlangte von Vietnam konsularischen Zugang.

Vietnam ist seit 2008 ein Schwerpunktland der Schweizer Wirtschaftszusammenarbeit, das laufende Programm dauert bis 2028. Diplomatische Beziehungen bestehen seit 55 Jahren. Dieses Jahr haben beide Länder sie mit einer umfassenden Partnerschaft auf eine neue Grundlage gestellt.

Nach den Gesprächen sind Treffen mit dem Präsidenten der Nationalversammlung, Trần Thanh Mẫn, und weiteren Regierungsmitgliedern geplant.

Quellen

  1. 1.Bundesverwaltung, Medienmitteilung vom 17. Oktober 2026
  2. 2.SECO, Freihandelsabkommen Vietnam
  3. 3.SECO, Aufhebung der Industriezölle
  4. 4.Parlamentsdienste, Medienmitteilung vom 18. April 2026
  5. 5.EFTA, Abschluss der Verhandlungen mit Vietnam
  6. 6.EU-Kommission, Freihandelsabkommen EU–Vietnam
  7. 7.Economiesuisse, 2. Juli 2026
  8. 8.SRF, 2. Juli 2026
  9. 9.Reuters (via TimesLIVE), 14. Oktober 2026
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  • Vietnam
  • EFTA
  • Guy Parmelin
  • Zölle

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