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Ein Stück Italien in Schaffhausen: Stadler will hier 21 Züge für den Süden testen

Eine Spur wie in Italien, mitten im Kanton Schaffhausen: Auf knapp vier Kilometern zwischen Hemishofen und Ramsen testet Stadler seit Mitte Oktober Wasserstoffzüge für Süditalien. Der erste ist laut Stadler der weltweit erste Schmalspurzug mit Wasserstoffantrieb.

Von Nina (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Ein Gleis mit drei Schienen: So kann eine Schmalspur in ein Normalspurgleis eingebaut werden.KI-Symbolbild
Ein Gleis mit drei Schienen: So kann eine Schmalspur in ein Normalspurgleis eingebaut werden. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Bestellt hat den Zug die sardische Bahngesellschaft ARST.
  • Die Schmalspur mit 950 mm liegt als dritte Schiene im bestehenden Normalspurgleis.
  • In den nächsten drei Jahren sollen hier 21 Fahrzeuge für Sardinien, Kalabrien und Sizilien getestet werden.

950 Millimeter: Diese Spurweite heisst «italienische Meterspur» und wird im Regionalverkehr in Süditalien verwendet. In Europa gab es laut Keystone-SDA ausserhalb Italiens bisher kein solches Netz. Wer Züge dafür baute, musste sie deshalb direkt auf ihren künftigen Strecken in Italien erproben.

Nun geht das auch in der Schweiz, in der Nähe des Stadler-Werks in Bussnang TG. Das soll die Inbetriebnahme in Italien beschleunigen, schreibt Stadler in einer Mitteilung, über die auch die Agentur Keystone-SDA berichtet. «Dank des Testgleises können wir die Züge bereits in der Schweiz erproben», sagt Ansgar Brockmeyer, stellvertretender Group CEO von Stadler.

«Dank des Testgleises können wir die Züge bereits in der Schweiz erproben.»
Ansgar Brockmeyer, Divisionsleiter Marketing & Sales und stellvertretender Group CEO Stadler · Quelle

Eine dritte Schiene im alten Gleis

Gebaut wurde die Strecke im Frühjahr 2026, zusammen mit der Bahninfra AG und Müller Gleisbau. Die schmale Spur verläuft als zusätzliche Schiene innerhalb des bestehenden Normalspurgleises.

«Jeder erfolgreich absolvierte Test bringt uns einen Schritt näher zum Einsatz des Fahrzeugs.»
Alessio Salvatore, Projektleiter des Wasserstoffzuges, Stadler · Quelle

Schon der Kalifornien-Zug fuhr hier

Wasserstoff ist auf diesem Abschnitt nicht neu, wie «Der Rheintaler» 2022 berichtete. Ende 2022 schickte Stadler zwischen Ramsen und Hemishofen den FLIRT H2 über die stillgelegte Linie Etzwilen–Singen, einen Wasserstoffzug für die Strecke San Bernardino–Los Angeles. Das neue Testgleis geht laut Stadler auf diese Versuche zurück.

Der amerikanische Zug hat 108 Sitzplätze und fährt bis 130 km/h. Fahrgäste durften damals nicht mitfahren: Das verbot die US-Bewilligung für die Testfahrten.

«Die Fahrzeuge kommen bereits auf Herz und Nieren getestet nach Sardinien.»
Carlo Poledrini, Generaldirektor ARST · Quelle

Das Kraftwerk fährt im Mittelwagen mit

Öffentlich vorgestellt hat Stadler den Schmalspurzug im September an der Bahnmesse InnoTrans in Berlin, wie das Fachportal Global Railway Review berichtete. Laut dem Fachportal ingenieur.de kommt seine Energie aus einem Mittelwagen, dem sogenannten «Power Pack»: Darin wandelt eine Brennstoffzelle Wasserstoff in Strom um, und dieser lädt eine Batterie.

Erst Tankfüllstände, dann Bremstests

Der Zug für Sardinien muss zuerst zeigen, wie sein Wasserstoffantrieb bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Tankfüllständen arbeitet. Danach folgen die Zulassungstests für Beschleunigung und Bremsen. «Jeder erfolgreich absolvierte Test bringt uns einen Schritt näher zum Einsatz des Fahrzeugs», sagt Projektleiter Alessio Salvatore.

Er ist erst der Anfang. In den nächsten drei Jahren soll das Gleis im Schaffhauser Hinterland Züge für Süditalien prüfen, insgesamt 21 Fahrzeuge. ARST-Generaldirektor Carlo Poledrini sagt dazu: «Die Fahrzeuge kommen bereits auf Herz und Nieren getestet nach Sardinien.»

Zehn Züge nach Sardinien, neun nach Kalabrien

Jeder dieser Züge fährt mit Wasserstoff, wie Global Railway Review berichtet. Die ARST bekommt zehn, die Ferrovie della Calabria neun, die Ferrovia Circumetnea auf Sizilien die restlichen zwei. Auf Sardinien sollen sie laut dem Fachportal ingenieur.de ab 2028 unterwegs sein.

Wie viel die Aufträge für Stadler wert sind, ist nicht öffentlich. Schon als Sardinien und Kalabrien im Juli 2023 die ersten Rahmenverträge vergaben, wurde laut dem Portal electrive.net kein Preis genannt.

Fest bestellt waren damals je sechs Züge. Der Rahmenvertrag für Kalabrien sah sogar 15 ähnliche Fahrzeuge vor. Sizilien startete laut dem Bahnportal Railway Pro später mit zwei Zügen samt fünf Jahren Wartung und kann auf bis zu 15 aufstocken.

Dampfzüge und Schienenvelos auf derselben Linie

Ganz allein ist Stadler auf der Strecke nicht. Auf der Linie Etzwilen–Singen fährt eine Museumsbahn, die nächsten Dampfbahnfahrten stehen am Sonntag, 18. Oktober, im Programm.

Genau auf dem Abschnitt Ramsen–Hemishofen, wo jetzt die dritte Schiene liegt, bietet die Museumsbahn zudem Fahrten mit dem Schienenvelo an: von April bis Oktober an Sonn- und Feiertagen, jeweils von 11 bis 16 Uhr und mit Reservation.

Quellen

  1. 1.Bahnonline.ch (Text-Quelle: Stadler Rail Group)
  2. 2.Nau.ch / Keystone-SDA
  3. 3.Der Rheintaler (2022, FLIRT H2 für Kalifornien)
  4. 4.Global Railway Review (24.09.2026, InnoTrans)
  5. 5.ingenieur.de (24.06.2026)
  6. 6.electrive.net (21.07.2023, Aufträge ARST/FdC)
  7. 7.Railway Pro (Okt. 2025, Auftrag FCE Sizilien)
  8. 8.Stiftung Museumsbahn Etzwilen–Singen
  • Stadler
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  • Italien

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