Fliegst du im Winter mit Eurowings? Die Airline streicht wegen Kerosin Flüge
Die Lufthansa-Tochter Eurowings kürzt im Winter rund fünf Prozent ihrer Kapazität und prüft für den deutschen Flugbetrieb Kurzarbeit. Es wäre die erste seit der Coronapandemie. Der Grund: die hohen Kerosinpreise.
KI-SymbolbildDarum gehts
- Laut einem internen Schreiben rechnet Eurowings mit 250 Millionen Euro ungeplanten Mehrkosten beim Treibstoff.
- Abgesagt sind die geplanten Dubai-Flüge ab Stuttgart und Köln/Bonn im Winter 2026/27.
- Anderes Problem in Zürich: Wegen eines drohenden Lieferengpasses gibt der Bund bis zu 30'000 Kubikmeter Flugpetrol frei.
- Swiss und Edelweiss haben ihre Treibstoffzuschläge bereits Ende März 2026 erhöht.
Eurowings sagt sogar die Weihnachtsfeier ab, berichtet der «Spiegel». Über die Kürzungen und die Prüfung von Kurzarbeit berichten auch ORF und das Fachportal aero.de. Die Zahlen zu den Kürzungen und den Mehrkosten stammen aus einem internen Schreiben der Geschäftsleitung.
Die Airline selbst bestätigt die Prüfung: Man prüfe aktuell, ob die Voraussetzungen für temporäre Kurzarbeit im deutschen Flugbetrieb im Winter gegeben seien, teilt Eurowings mit. Mit der deutschen Bundesagentur für Arbeit steht das Unternehmen bereits in Kontakt.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und die Gewerkschaft Verdi bestätigten dem «Spiegel», dass Kurzarbeit geprüft wird. Wie viele Angestellte betroffen wären, ist offen.
Ab Berlin soll Dubai weiterhin angeflogen werden, meldet die Agentur AWP.
«Die Zahl wird höher sein, die wir am Jahresende wahrscheinlich auszuweisen haben.»
Lufthansa-Chef rechnet mit noch höherer Kerosinrechnung
Wegen des Iran-Kriegs erwartet die Lufthansa laut aero.de insgesamt eine höhere Rechnung für Kerosin. Konzernchef Carsten Spohr sagt: «Die Zahl wird höher sein, die wir am Jahresende wahrscheinlich auszuweisen haben.»
Wie stark der Treibstoff aufgeschlagen hat, zeigen die Zahlen des Airline-Verbands IATA: Weltweit kostet ein Fass Kerosin derzeit im Schnitt 190.18 Dollar. Das ist gut doppelt so viel wie im Durchschnitt des Jahres 2025.
Eurowings selbst sieht sich dank der Treibstoff-Absicherung der Lufthansa Group «relativ gesehen besser da» als andere Airlines, schreibt das Portal aeroTelegraph.
«Aktuell sind mit Blick auf die Kerosinversorgung keine Anpassungen unseres Flugprogramms geplant»
Swiss und Edelweiss: Zuschläge schon im März erhöht
Bei Schweizer Passagieren kam der teure Treibstoff schon im Frühling an. Ende März 2026 erhöhten Swiss und Edelweiss ihre Treibstoffzuschläge, beschlossen hatte das die Lufthansa-Gruppe nach dem Preissprung infolge des Iran-Kriegs. Rund 1 Milliarde Franken hatte die Swiss 2025 für Treibstoff ausgegeben.
Kurz davor hatte die Swiss noch auf eine Erhöhung verzichtet, weil sie einen Teil des Kerosins zusammen mit dem Konzern Monate im Voraus zu festen Preisen einkauft. Zwei Wochen später kam der Aufschlag dann doch. Am Flugplan wollte die Swiss damals nichts ändern: «Aktuell sind mit Blick auf die Kerosinversorgung keine Anpassungen unseres Flugprogramms geplant.»
In Zürich droht ein Engpass beim Flugpetrol: Bund öffnet das Pflichtlager
Am Flughafen Zürich droht derweil ein Engpass beim Flugpetrol, allerdings nicht wegen des Preises. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung erlaubt dem Flughafen Zürich, vom 15. Oktober bis und mit 1. November bis zu 30'000 Kubikmeter aus den Pflichtlagern zu beziehen. Das sind 6,5 Prozent der aktuell in der Schweiz vorhandenen Pflichtlagermenge.
Schuld sind laut Bund Probleme auf den Zufahrtsstrecken aus Deutschland und das Niedrigwasser auf dem Rhein, wegen dem die Frachtschiffe nicht voll beladen werden können. Für Passagiere ab Zürich gibt der Flughafen Entwarnung: Beim Betanken der Flugzeuge gelten derzeit keine Einschränkungen.
Quellen
- Eurowings
- Lufthansa
- Swiss
- Kerosin
- Kurzarbeit
- Flughafen Zürich
- Pflichtlager
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