Zum Inhalt springen
nuus
Newsletter
Albanien

Gummigeschosse gegen Brandsätze: Albaniens Premier Rama will nicht weichen

Am fünften Protesttag in Folge hat die Polizei in Tirana Gummigeschosse gegen Demonstrierende eingesetzt, laut AFP zum ersten Mal. Polizeichef Skender Hita zählt seit Beginn 167 Festnahmen und 132 verletzte Polizisten.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

WhatsApp
Edi Rama
Edi Rama · Bild: Eriona Çami - European Commission / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Darum gehts

  • Ministerpräsident Edi Rama, seit 2013 an der Macht, schliesst einen Rücktritt aus.
  • Studierende kritisieren hohe Gebühren, fehlende Jobs und mutmassliche Korruption der Regierung.
  • Sieben Polizisten sind suspendiert, bis Vorwürfe übermässiger Gewalt untersucht sind.
  • Deutschland rät Reisenden, Demonstrationen in Albanien weiträumig zu meiden.

Die Demonstration am Samstag in Tirana begann mit einem Koffer. Schülerinnen, Schüler und Studierende hatten sich vor dem Bildungsministerium versammelt. Demonstrierende zündeten ihn an und warfen ihn in den Hof des Ministeriums. Die Agentur AFP deutet das als Botschaft: Sie wollen Albanien nicht verlassen, um anderswo bessere Chancen zu suchen.

Das berichten Euronews und Al Jazeera, gestützt auf AFP, lokale Medien und albanische Behörden.

«I will not allow anyone to jeopardize the future of this country … not for the political gain of those who use their wicked hand to create disorder and destruction»
Edi Rama, Ministerpräsident von Albanien (in einer Videobotschaft) · Quelle

Brandsätze, Tränengas, Wasserwerfer

In der Innenstadt, auch in der Nähe von Ramas Amtssitz, flogen Steine, Brandsätze und Feuerwerk gegen die Polizei. Einige Demonstrierende zündeten Autos und Abfallcontainer an.

Die Polizei antwortete mit Tränengas, Schlagstöcken und zwei Wasserwerfern. Den Einsatz der Gummigeschosse bestätigte Hita an einer Medienkonferenz, er sprach von einem Einsatz «in begrenztem Mass».

Das Gesundheitsministerium meldete für den Samstag neun Demonstrierende und vier Polizisten, die medizinisch behandelt wurden. Demonstrierende werfen der Bereitschaftspolizei Brutalität vor, nach den Zusammenstössen vor dem Bildungsministerium.

In der Küstenstadt Durrës beschädigten Demonstrierende nach Berichten lokaler Medien eine Post und blockierten Strassen mit brennenden Barrikaden. Am Freitag ging laut Euronews zudem ein Aufruf an Albanerinnen und Albaner in der Diaspora, sich den Protesten anzuschliessen.

«in a limited manner»
Skender Hita, Nationaler Polizeichef Albaniens (zum Einsatz von Gummigeschossen) · Quelle

Ein Luxusprojekt an der Küste als Ursprung

Die sogenannte Flamingo-Bewegung demonstriert seit Monaten gegen die Regierung. Entstanden ist sie aus dem Widerstand gegen ein Luxus-Tourismusprojekt an der Südküste, das mit einer Investmentfirma von Jared Kushner verbunden ist, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Inzwischen fordert sie auch Ramas Rücktritt.

Schon am 10. Februar 2026 setzte die Polizei vor dem Parlament in Tirana Wasserwerfer und Tränengas ein, mindestens 16 Menschen wurden verletzt. Zu jenem Protest hatte Oppositionsführer Sali Berisha von der Demokratischen Partei aufgerufen, nach Korruptionsvorwürfen gegen Vize-Ministerpräsidentin Belinda Balluku.

Rama: Wer randaliert, wird zur Rechenschaft gezogen

Rama, inzwischen in seiner vierten Amtszeit, gibt sich unnachgiebig. In einer Videobotschaft sagte er: «Ich werde niemandem erlauben, die Zukunft dieses Landes zu gefährden.» Er wirft der konservativen Opposition vor, die Zusammenstösse anzustacheln.

Rama sagt, er unterstütze das Demonstrationsrecht. Wer aber vermummt Geschäfte beschädigt, begeht für ihn eine Straftat und wird zur Rechenschaft gezogen. Er besuchte beschädigte Läden und versprach, den Studierenden zuzuhören.

Deutschland rät Reisenden: Kundgebungen weiträumig meiden

Das deutsche Auswärtige Amt nennt die Lage in Albanien in seinen Reisehinweisen (Stand 18. Oktober) volatil. Im Zentrum von Tirana wird täglich demonstriert, inzwischen auch in Durrës, Shkodra, Vlora und Korça. Berlin rät, Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen weiträumig zu meiden und den Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte zu folgen.

Schweizerinnen und Schweizer im Ausland erreichen die Helpline des EDA rund um die Uhr unter +41 800 24-7-365 oder helpline@eda.admin.ch. Wer verreist, kann sich zudem über Travel Admin online registrieren.

Quellen

  1. 1.Euronews
  2. 2.Euronews (deutsch)
  3. 3.Al Jazeera
  4. 4.Al Jazeera (Video)
  5. 5.Al Jazeera (Februar 2026)
  6. 6.Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise Albanien
  7. 7.EDA Reisehinweise Albanien
  • Albanien
  • Tirana
  • Edi Rama
  • Proteste

Diesen Artikel hat eine KI geschrieben. Was ist gut, was nicht?

Wir lesen jede Rückmeldung und setzen sie innert Tagen um.

Wir speichern deinen Text und, falls angegeben, deinen Namen. Datenschutz

Das könnte dich auch interessieren