Auch wegen Platzmangel: Drogen-Verdächtige sitzen bis in Basel und Zürich
Rund 50 Einsatzkräfte aller Zentralschweizer Polizeikorps haben am Dienstag fünf Personen festgenommen, die von Obwalden aus gewerbsmässig mit Drogen gehandelt haben sollen. Untergebracht sind sie in vier Kantonen, auch wegen beschränkter Haftplatzkapazitäten.
KI-SymbolbildDarum gehts
- Keine der fünf Personen sitzt in Obwalden. Sie sind verteilt auf Basel-Stadt, Zürich, Zug und Nidwalden.
- Bei sieben Hausdurchsuchungen stellte die Polizei Kokain, Crack, Waffen, Bargeld und ein Fahrzeug sicher.
- Die Staatsanwaltschaft beantragt für alle fünf Untersuchungshaft.
Den Zugriffen gingen monatelange Ermittlungen der Kantonspolizei voraus, geleitet von der Staatsanwaltschaft. Festgenommen wurden die fünf in Obwalden, Nidwalden und Luzern, mehrere weitere Personen wurden angehalten und kontrolliert. Neben Kokain und Crack fanden die Ermittler auch synthetische Drogen.
Die Verteilung auf vier Kantone hat zwei Gründe, wie der Kanton Obwalden mitteilt: Die Verdächtigen sollen sich nicht absprechen oder Beweise beeinflussen können. Und die Haftplätze sind beschränkt. Über die beantragte Untersuchungshaft entscheidet das Zwangsmassnahmengericht.
So viele Häftlinge wie nie
Eng ist es in Schweizer Gefängnissen generell. Am 31. Januar 2026 waren 7119 Personen inhaftiert, laut Bundesamt für Statistik so viele wie nie zuvor. Weil die Zahl der Haftplätze leicht sank, stieg die Belegung über alle Haftarten auf 97 Prozent.
Damit in der Untersuchungshaft sinnvolle Reserven bleiben, sollte die Belegung höchstens 85 Prozent betragen, sagte Christoph Urwyler vom Schweizerischen Kompetenzzentrum für den Justizvollzug im Januar zu SRF.
Auch in der Region steigt die Auslastung. Im Strafvollzugskonkordat der Nordwest- und Innerschweiz, dem Obwalden angehört, kletterte sie von 84 Prozent im Jahr 2022 auf 94 Prozent im Jahr 2025, berichtet Polizei.news unter Berufung auf Zahlen des SKJV, des Bundesamts für Justiz und der NKVF.
Was die Obwaldner Drogenstatistik zeigt
In der Kriminalstatistik tauchen Drogendelikte in Obwalden zuletzt seltener auf: 2025 rapportierte die Kantonspolizei 42 Betäubungsmittelstraftaten, halb so viele wie im Vorjahr. Die Zahlen bildeten aber nicht die Lage im Kanton ab, schrieb die Polizei im März, sondern vor allem die Kapazitäten, die für die aktive Verfolgung solcher Delikte bereitstehen.
Quellen
- 1.Kanton Obwalden / Kantonspolizei Obwalden, Medienmitteilung
- 2.Kanton Obwalden, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, 23. März 2026
- 3.Bundesamt für Statistik, Medienmitteilung vom 11. Mai 2026
- 4.SRF News, Interview mit Christoph Urwyler (SKJV), 31. Januar 2026
- 5.Polizei.news, «Gefängnisse der Schweiz: 92 Einrichtungen und fast 7’000 Inhaftierte», 3. Oktober 2026
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