Darum hält Solothurn heuer über 800 Hornissennester für möglich
In der Waadt stieg die Zahl zerstörter Nester der Asiatischen Hornisse seit 2022 von 4 auf 731, zeigen Kantonszahlen, über die Blick romand berichtet. Jetzt ziehen die Zahlen auch in Solothurn, Basel und Zürich steil an.

Darum gehts
- Waadt 2026: bis 22. September schon 900 gemeldete Nester, laut Blick romand.
- Solothurn fand 2025 fast 160 Nester und hält für 2026 über 800 für möglich.
- Beide Basel zählten 2025 zusammen 337 Nester, fast sechsmal mehr als im Vorjahr.
- Nest entdeckt? Fotografieren, auf asiatischehornisse.ch melden, nicht selbst bekämpfen.
Rund 12'000 Tiere, Jungköniginnen und Larven mitgezählt, steckten laut Blick romand in einem einzigen Hornissennest in Crissier VD. Migros Waadt war am 11. September informiert worden. Eine erste beauftragte Firma war für den Einsatz nicht ausgerüstet, vollständig entfernt war das Nest erst am 2. Oktober.
Frédéric Hofmann leitet bei der Waadtländer Umweltdirektion DGE die Sektion Jagd, Fischerei und Arten. Gegenüber Blick romand sagt er: «la situation est devenue difficilement gérable.» Sinngemäss übersetzt: Die Lage ist kaum noch zu bewältigen.
«la situation est devenue difficilement gérable.»
Imker leisten Tausende Gratisstunden
Die Jagd auf die Nester tragen in der Waadt vor allem Imkerinnen und Imker. Ihr Verband FVA schätzt laut Blick romand, dass sie 2025 insgesamt 4382 Stunden gratis gearbeitet haben. An der Zerstörung von 70 Prozent aller Nester im Kanton waren sie beteiligt.
Für Bienen ist die Hornisse ein Jäger mit eigener Technik. Im sogenannten Helikopterflug schwebt sie vor dem Bienenstock und schnappt die Bienen im Flug. Wo sie sich stark ausbreitet, können Bienenvölker dezimiert werden, schreibt der Kanton Solothurn.
Anouk Dupraz koordiniert bei Apicoss die Bekämpfung und warnt in Blick romand: «cette lutte qui repose sur l'engagement de citoyens bénévoles n'est pas viable à long terme.» Sinngemäss übersetzt: Ein Kampf, der auf freiwilligen Bürgerinnen und Bürgern beruht, ist auf Dauer nicht tragbar.
«cette lutte qui repose sur l'engagement de citoyens bénévoles n'est pas viable à long terme.»
Jedes Jahr ein Vielfaches
Nach 4 zerstörten Nestern 2022 vervielfachte sich die Zahl in der Waadt Jahr für Jahr: 40 zerstörte Nester 2023, fast 200 im Jahr 2024. Das teilte der Kanton im Juni 2025 selbst mit.
Bis zum 22. September hat die Waadt in diesem Jahr 639 Nester zerstört, deutlich weniger, als gemeldet wurden.
Solothurn steht etwa da, wo die Waadt 2024 stand
In Solothurn begann es ähnlich klein: rund 9 Nester 2023, rund 30 im Jahr darauf. 2025 lag der Kanton dann ungefähr dort, wo die Waadt 2024 mit 197 zerstörten Nestern stand. Dort hat sich die Zahl im Jahr danach fast vervierfacht.
Ganz sauber ist der Vergleich nicht. Die Kantone zählen teils gemeldete, teils gefundene, teils zerstörte Nester.
Der Solothurner Regierungsrat stellt sich trotzdem auf einen Sprung ein. Je nach Studie sei im Folgejahr mit dem Fünf- bis Zehnfachen zu rechnen, hält er in einem Beschluss vom 21. April 2026 fest. Damit hat er einen Nachtragskredit für die Bekämpfung der Hornisse in diesem Jahr genehmigt.
In Basel und Zürich ziehen die Zahlen an
Allein in Basel-Stadt waren es 2025 71 Nester. 63 davon wurden fachgerecht entfernt oder unschädlich gemacht.
Die Stadt Zürich schrieb im Juli, alles weise darauf hin, dass sich die Asiatische Hornisse in der Stadt derzeit stark vermehrt. Bis Mitte Juli wurden vier Primärnester gemeldet und bekämpft, wie die Agentur sda berichtete. 2025 hatte die Stadt 27 Sichtungen gezählt, ein Nest steckte damals in einem Rollladenkasten in Witikon.
Landesweit zeigt die Kurve in dieselbe Richtung: Auf der nationalen Meldeplattform vervierfachen sich die gesichteten Hornissen laut sda jedes Jahr.
So meldest du ein Nest richtig
Bis Ende Juli baut die Hornisse ihre Primärnester bodennah und nahe an Gebäuden: unter Dachvorsprüngen, in Rollladenkästen, in Hecken. Ab August zieht sie in Sekundärnester in Bäumen um. Diese hängen oft hoch in den Baumkronen, können Tausende Tiere enthalten und sind schwerer zu entfernen.
Wer ein verdächtiges Insekt oder Nest sieht, fotografiert es und meldet es auf asiatischehornisse.ch. Verwechslungsgefahr besteht unter anderem mit der einheimischen Europäischen Hornisse.
Selbst bekämpfen soll man Nester auf keinen Fall, betonen die Basler Behörden: Das gehört ausschliesslich in die Hände geschulter Fachpersonen. Von Fallen rät Solothurn ab. Es gibt keine, die nur diese Art fangen, als Beifang landen Bienen, Wespen und teils geschützte Insekten darin. Wer allergisch ist, hält sich laut Stadt Zürich von Nestern fern.
Quellen
- 1.Blick romand (Zahlen der DGE Waadt), 16. Oktober 2026
- 2.Kanton Waadt, Medienmitteilung vom 18. Juni 2025
- 3.Regierungsrat Solothurn, Beschluss 2026/763 vom 21. April 2026
- 4.Kanton Solothurn, Medienmitteilung vom 28. April 2026
- 5.Kanton Solothurn, Artenporträt Asiatische Hornisse
- 6.Gesundheitsdepartement Basel-Stadt, Medienmitteilung vom 25. März 2026
- 7.Stadt Zürich, Medienmitteilung Juli 2026
- 8.sda via Südostschweiz, 14. Juli 2026
- 9.Bundesrat, Neue Bestimmungen zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse, 3. September 2025
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