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Wildunfälle

Reh angefahren und weitergefahren? Das kann als Tierquälerei enden

Wer ein Reh anfährt und einfach weiterfährt, macht sich strafbar, unter Umständen sogar wegen Tierquälerei. Gerade jetzt ist das Risiko erhöht: Im letzten Quartal gibt es laut Mobiliar rund 12 Prozent mehr Wildunfälle als im Jahresschnitt.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Wildtiere sind in der Dämmerung besonders aktiv.KI-Symbolbild
Wildtiere sind in der Dämmerung besonders aktiv. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Am Sonntag, 25. Oktober, endet die Sommerzeit: Mehr Verkehr rollt in der Dämmerung, wenn Wild aktiv ist.
  • Im Thurgau kracht es laut Mobiliar fast 80 Prozent öfter mit Wild als im Schnitt, vor Graubünden und Jura.
  • Die Mobiliar rät vom Ausweichen ab. Wer dabei irgendwo aufprallt, braucht die Vollkasko.
  • Nach dem Zusammenstoss: anhalten, Unfallstelle sichern, Polizei unter 117 anrufen.

«Angefahrene Tiere können, schwer verletzt irgendwo in Deckung, tagelang leiden und qualvoll verenden.» Das schrieb Silvia Nietlispach, Jagdverwalterin des Kantons Solothurn, im vergangenen Herbst. Ihr Kanton stützt die Strafbarkeit auf das Strassenverkehrsgesetz.

Der Kanton Schwyz wird deutlicher: Wer die Meldung unterlässt, macht sich der Fahrerflucht strafbar und eventuell der Tierquälerei. Auch Nachzügler sind nicht aus dem Schneider. Die Versicherung AXA warnt, dass sich ebenfalls strafbar macht, wer sich erst später oder erst auf Nachfrage der Versicherung bei der Polizei meldet.

Wie viele Tiere betroffen sind, zeigt eine Zahl des Bundesamts für Umwelt, die SRF 2024 zitierte: Im Schnitt wird in der Schweiz jede Stunde ein Reh totgefahren, pro Jahr sterben gegen 20'000 Wildtiere auf den Strassen. Nach der Jagd ist der Verkehr laut BAFU die zweithäufigste bekannte Todesursache grosser Wildtiere.

«Angefahrene Tiere können, schwer verletzt irgendwo in Deckung, tagelang leiden und qualvoll verenden.»
Silvia Nietlispach, Jagdverwalterin des Kantons Solothurn · Quelle

Hirschbrunft, Futtersuche und eine Stunde früher dunkel

In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Danach dämmert es früher, und Wildtiere sind gerade dann aktiv, wenn viel Verkehr herrscht, wie die Kantonspolizei Zürich schreibt.

Die Tiere selbst richten sich nicht nach der Uhr, schreibt die Mobiliar. Ab Oktober kommen die Brunftzeit der Hirsche und die Nahrungssuche vor dem Winter hinzu. Zum Frühling hält die Mobiliar fest: In der Woche nach der Zeitumstellung registrierte die Mobiliar mehr Wildunfälle als in der Woche davor.

«Von Ausweichmanövern raten wir ausdrücklich ab.»
Stefan Schüpbach, Leiter Kompetenzzentrum Fahrzeugschäden bei der Mobiliar · Quelle

Thurgau vor Graubünden und Jura

Für ihre Rangliste hat die Mobiliar über 10'500 Wildunfälle ausgewertet, die ihre Versicherten von 2021 bis 2025 gemeldet haben. Im Thurgau kamen auf 1000 versicherte Fahrzeuge 2,05 Unfälle. Das sind fast 80 Prozent mehr als im Schweizer Schnitt von 1,16.

Dahinter folgen Graubünden mit 1,85 und der Jura mit 1,75, danach Appenzell Innerrhoden und Solothurn. Selbst Bern, Schaffhausen und die Waadt liegen mit je 1,37 noch klar über dem Landesschnitt.

Sieben von zehn Schäden gehen auf Rehe und Hirsche zurück, rund 7350 Fälle. Weit dahinter folgen Füchse und Dachse. Ein Zusammenstoss mit einem Reh oder Hirsch kostet im Schnitt rund 2700 Franken, einer mit einem Wildschwein rund 3000 Franken.

Ausweichen kann dich die Deckung kosten

«Von Ausweichmanövern raten wir ausdrücklich ab», sagt Stefan Schüpbach, Leiter Kompetenzzentrum Fahrzeugschäden bei der Mobiliar, in der Mitteilung der Versicherung. Bei der Mobiliar zahlt die Teilkasko nur, wenn man tatsächlich mit dem Tier zusammenstösst.

Ein Schaden, der beim Ausweichen entsteht, gilt laut Beobachter nicht als Wildschaden. Ohne Vollkasko bleibt man darauf sitzen. Wie das eigene Auto versichert ist, steht in den Versicherungsbedingungen.

Bremsen, abblenden, auf den Wildhüter warten

Die Mobiliar rät, auf Überlandstrassen und an Waldrändern besonders aufzupassen und bei Wildwechsel-Schildern langsamer zu fahren. Taucht ein Tier im Scheinwerferlicht auf, bremsen und abblenden: Wild ist oft in Gruppen unterwegs.

Hat es trotzdem gekracht, rät die Mobiliar: anhalten, Warnblinker einschalten, Unfallstelle sichern und den Unfall melden. Die Polizei erreicht man unter 117. Sie bietet dann die Wildhut oder Jagdaufsicht auf. Bis diese eintrifft, wartet man und hält Abstand zum verletzten Tier. Flüchtet es, soll man die Fluchtrichtung markieren, rät der Kanton Schwyz. Das erleichtert die Nachsuche mit dem Hund.

Ist das Auto beschädigt, erstellt der Wildhüter das Unfallprotokoll, das die Versicherung braucht, schreibt die Kantonspolizei Zürich.

Technik kann helfen: In Meiringen BE und Sand-Schönbühl BE warnen Wildwarnanlagen vor Tieren auf der Strasse. Seither gibt es dort laut Wildhütern deutlich weniger Zusammenstösse.

Quellen

  1. 1.Die Mobiliar, Medienmitteilung vom 8. Oktober 2026
  2. 2.Kanton Solothurn, Medienmitteilung vom 23. Oktober 2025
  3. 3.Kanton Schwyz, Amt für Wald und Natur
  4. 4.Kantonspolizei Zürich, 9. Oktober 2024
  5. 5.AXA, Blog Wildunfälle
  6. 6.SRF, 24. Oktober 2024
  7. 7.Beobachter
  8. 8.Südostschweiz, Zeitumstellung 2026
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  • Strassenverkehr
  • Versicherung
  • Thurgau

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