Tote und Verletzte auf Kanadas Armeebasis – Wind treibt Feuer übers Gelände
Auf Kanadas Armeestützpunkt Wainwright in Alberta sind am Samstag Menschen gestorben. Global News meldet mindestens sieben Tote, eine Schiessübung soll eine Gasleitung getroffen haben. Amtlich ist beides nicht bestätigt, mehr will die Regierung «in den kommenden Tagen» sagen.

Darum gehts
- Amtlich bestätigt sind Tote, Verletzte und ein grosser Brand, aber keine Zahlen.
- Spitäler in Edmonton lösten laut Yahoo News Canada «Code Orange» aus.
- Starker Wind trieb das Feuer über den Zaun, eine Evakuierungsanordnung gab es nicht.
- Betroffen sind laut Alberta viele Armeeangehörige, die Bundespolizei RCMP ermittelt.
Laufend aktualisiert
Neu: Laut Albertas Premierministerin Danielle Smith betrifft der Zwischenfall viele Armeeangehörige. Die Rettungsdienste bitten, die Notaufnahme mit Edmontons Abteilung für Brandverletzte zu meiden, und Verteidigungsminister McGuinty kündigt weitere Angaben für die kommenden Tage an.
Neu: Laut Global News gibt es mindestens sieben Tote, Auslöser soll eine Schiessübung gewesen sein, die eine Gasleitung traf (amtlich nicht bestätigt). Spitäler in Edmonton haben laut Yahoo News Canada «Code Orange» ausgelöst. Korrektur: Zwei frühere Angaben zu Aussagen von McGuinty und Carney waren nicht belegt und wurden entfernt.
Gemeldete Explosion gegen 16 Uhr Ortszeit
Global News stützt sich auf mehrere Quellen in der kanadischen Armee. Demnach traf eine Übung mit scharfer Munition eine Gasleitung oder eine Gasquelle auf dem Gelände. Gegen 16 Uhr Ortszeit, in der Schweiz war es Mitternacht, soll es zur Explosion gekommen sein. Zur selben Zeit wurde laut der Bundespolizei RCMP der Brand gemeldet.
Von einer Explosion berichtet ebenfalls der Sender CTV News, laut The Globe and Mail auch der Bundesparlamentarier Dane Lloyd aus Alberta. Regierung und Armee bestätigen sie bisher nicht. Eine RCMP-Sprecherin konnte weder Tote noch Verletzte bestätigen, Dutzende Verletzte nennt nur Global News.
Helikopter aus zwei Provinzen, Alarm in Edmontons Spitälern
Die Rettungsdienste von Alberta versorgen Verletzte vor Ort und bringen sie ins Spital. Die Luftrettung STARS schickte Helikopter aus Edmonton und aus Saskatoon in der Nachbarprovinz Saskatchewan.
Edmonton liegt rund 210 Kilometer nordwestlich des Stützpunkts. Dort lösten mehrere Spitäler, darunter das Royal Alexandra Hospital und das University of Alberta Hospital, den «Code Orange» aus, berichtet Yahoo News Canada. Diesen Alarm geben Spitäler, wenn bei einem Grossereignis viele Verletzte auf einmal erwartet werden.
Die Notaufnahme des University of Alberta Hospital soll die Bevölkerung meiden, bitten die Rettungsdienste der Provinz. Dort liegt laut Global News die Abteilung für Brandverletzte der Stadt.
Windböen bis 100 km/h treiben das Feuer über den Zaun
Das Feuer breitete sich wegen des starken Windes schnell aus und überquerte am Samstag den Zaun des Stützpunkts. In Teilen Albertas wurden laut Global News Böen bis 100 km/h gemessen. Der Bezirk Wainwright richtete ein Notfall-Koordinationszentrum ein, Feuerwehren aus mehreren Gemeinden bekämpften den Brand am Samstag. Eine Evakuierungsanordnung für die Bevölkerung galt nicht.
Mitten im Brand lief in Alberta die vorzeitige Stimmabgabe. Elections Alberta schloss das Wahllokal im Communiplex von Wainwright und brachte das Wahlmaterial gesichert weg.
Verteidigungsminister: so etwas schon lange nicht mehr erlebt
Die Stellungnahmen von Regierung, Armee und Behörden berichten Global News, NBC News, CBS News, The Globe and Mail und der Guardian. Verteidigungsminister David McGuinty bestätigte am Samstagabend Ortszeit an einer Medienkonferenz Tote und Verletzte. Er sprach von einer «sehr, sehr aktiven und heiklen Lage» (übersetzt) und sagte, er könne sich in jüngerer Zeit an keinen vergleichbaren Vorfall erinnern. Die RCMP ist an den Ermittlungen beteiligt.
Generalstabschefin Jennie Carignan spricht von einem schweren Zwischenfall, Vorrang habe das Wohl der Armeeangehörigen, ihrer Familien und der Bevölkerung vor Ort. Premierminister Mark Carney schrieb auf X, seine Gedanken seien bei den betroffenen Frauen und Männern.
Albertas Premierministerin Danielle Smith spricht von einem «erheblichen und tragischen Brand» (übersetzt), der viele Armeeangehörige betreffe. Für ihre Provinz fällt das Unglück in eine besondere Woche: In wenigen Tagen ist laut CBS News eine Abstimmung angesetzt, ob Alberta einen Prozess startet, der zur Unabhängigkeit von Kanada führen könnte.
Schon 2014 und 2020 starben Soldaten bei Übungen
Wainwright gehört zu den meistgenutzten Ausbildungsstützpunkten der kanadischen Armee. Stationiert sind dort das Canadian Manoeuvre Training Centre und das Ausbildungszentrum der 3. Kanadischen Division.
Tödliche Zwischenfälle gab es dort schon früher. Im Mai 2014 kam ein Oberstleutnant bei einem Ausbildungsunfall ums Leben. Im Oktober 2020 starb ein Soldat, der auf dem Übungsgelände bei einer Übung mit scharfer Munition angeschossen worden war.
Seit Samstagabend Ortszeit gab es bis Sonntagmorgen Schweizer Zeit keine neuen amtlichen Angaben. Die Ursache ist weiter unklar.
Quellen
- Kanada
- Militär
- Alberta
- Wainwright
- Feuer
- Explosion
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