3 Tage nach Krebs-OP: Papst will von Putin Waffenruhe für 2000 Eingeschlossene
Drei Tage nach seiner Lungenkrebs-OP hat Papst Leo XIV. aus dem Spitalzimmer in Rom mit Wladimir Putin telefoniert. Sein Anliegen: eine Waffenruhe für Oleschky, eine abgeschnittene Stadt an der Front im Süden der Ukraine.
KI-SymbolbildDarum gehts
- In Oleschky sitzen laut Medienberichten rund 2000 Menschen fest, darunter 40 Kinder.
- Laut Reuters will der Kreml mit dem Vatikan zusammenarbeiten. Ob die Waffen schweigen, ist offen.
- Moskau und Kiew geben sich gegenseitig die Schuld an der Not in der Stadt.
Seit Dienstag liegt Leo XIV. im Gemelli-Spital. Die Ärzte entfernten ihm den unteren Lappen des rechten Lungenflügels, laut America Magazine wegen Lungenkrebs. Drei Tage später arbeitete der Papst bereits wieder, die Genesung verläuft laut America Magazine «wie erwartet».
Am Freitagnachmittag machte das Presseamt des Heiligen Stuhls das Gespräch mit dem Kremlchef publik.
Essen, Medizin und ein sicherer Weg hinaus
Im Telefonat äusserte der Papst seine tiefe Sorge über die ernste humanitäre Lage in Oleschky, so der Vatikan. Die Waffenruhe soll zwei Dinge möglich machen: Lebensmittel und medizinische Hilfe sollen in die Stadt gelangen, und wer gehen will, soll freiwillig und sicher evakuiert werden.
Zum Schluss bekräftigte Leo XIV. den Einsatz des Heiligen Stuhls für Dialog und Frieden.
Abgeschnitten am Ufer des Dnipro
Oleschky liegt im russisch besetzten Teil des Gebiets Cherson, direkt an der Front am Fluss Dnipro. Die Stadt ist laut Medienberichten von der Aussenwelt abgeschnitten. Den Menschen dort fehlen laut Berichten Lebensmittel, Strom, Gas und medizinische Hilfe.
Drohnen, Minen und zerstörte Infrastruktur machen das Überleben und die Flucht sehr schwierig. Das berichtete die «New York Times» Anfang Oktober.
Moskau will kooperieren und zeigt auf Kiew
Der Kreml veröffentlichte eine eigene Mitteilung, die die Nachrichtenagentur Reuters wiedergibt. Demnach unterstützt Putin die Absicht des Vatikans, die Bedingungen für die Sicherheit der Bevölkerung von Oleschky zu schaffen. Beide Seiten vereinbarten, in dieser Frage zusammenzuarbeiten.
Gleichzeitig legte Putin laut Kreml ausführlich dar, dass aus seiner Sicht die Regierung in Kiew die Verantwortung für die Lage in der Stadt trägt.
Die Ukraine sieht es umgekehrt. Russische Truppen hätten Hilfsdrohnen angegriffen und Bewohner eingeschüchtert, die Hilfsgüter holen wollten. Kiew wirft Moskau vor, Hunger als Druckmittel einzusetzen.
Zweites Gespräch in 16 Monaten
Es ist das zweite bekannte Telefonat zwischen dem Papst und Putin. Das erste fand am 4. Juni 2025 statt. Damals rief Leo XIV. Russland laut Vatikan zu einer Geste auf, die den Frieden fördert. Diesmal ging es vor allem um eine einzelne Stadt.
Quellen
- Papst Leo XIV.
- Wladimir Putin
- Ukraine-Krieg
- Oleschky
- Vatikan
- Kreml
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