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Sudan/Südsudan

Ein Markt, ein brennendes Treibstofflager, 153 Tote: Was in Abyei geschah

Bei einem Drohnenangriff auf einen Markt in Abyei, einer Grenzregion zwischen Sudan und Südsudan, sind am Montag laut lokaler Verwaltung mindestens 153 Menschen getötet worden. Sie und Südsudan machen Sudans Armee verantwortlich, unabhängig bestätigt ist das nicht.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Darum gehts

  • Zuerst meldete Abyei 73 Tote. Die Zahl dürfte laut Verwaltung noch steigen.
  • Ein getroffenes Treibstofflager neben dem Markt brannte am Dienstag noch immer.
  • Südsudan hat aus Protest den sudanesischen Botschafter einbestellt.
  • Sudans Regierung sagt, die paramilitärische RSF sei in Teilen von Abyei aktiv. Abyei bestreitet das.

Der Angriff erfolgte laut der Verwaltung von Abyei am Montag gegen 11 Uhr Ortszeit. Der Amiet-Markt liegt nördlich der Stadt Abyei, laut dem Aussenministerium Südsudans wurden mehrere Stellen getroffen.

Die Totenzahl stammt von der Verwaltung von Abyei. Die Nachrichtenagenturen AP und Reuters konnten weder die Totenzahl noch die Täterschaft unabhängig überprüfen.

Neben dem Markt traf der Angriff ein Treibstofflager, das die Geschäfte der Umgebung versorgte. Wegen des Feuers konnten laut der Verwaltung von Abyei bis Dienstag noch nicht alle Toten geborgen werden. «Das Feuer brennt noch immer. Die Bergung der Toten geht deshalb weiter. Die Lage ist schrecklich», sagte Yohana Akol Ngor, Informationsminister ad interim der Verwaltung von Abyei, gegenüber Reuters (übersetzt).

«The fire is still burning. So the recovery process of the dead ones is still continuing. The situation is terrible.»
Yohana Akol Ngor, Informationsminister ad interim der Verwaltung von Abyei · Quelle

Über 20 Verletzte in einem einzigen Spital

Dutzende Menschen wurden verletzt. Ärzte ohne Grenzen behandelt im Spital Ameth Bek über 20 von ihnen, einige mit Verbrennungen. «Bisher haben wir über 20 Patienten aufgenommen, darunter mehrere kritische Fälle», sagt Christian Lindauer, der dort die medizinischen Aktivitäten der Organisation leitet (übersetzt).

Rund 8000 Menschen wurden laut Ngor vertrieben. Ärzte ohne Grenzen ruft alle Konfliktparteien auf, Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Infrastruktur zu stoppen.

«So far we received over 20 patients, including several critical cases.»
Christian Lindauer, Leiter der medizinischen Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen im Spital Ameth Bek · Quelle

Abyei nennt keine Belege, Sudans Regierung: RSF in Teilen von Abyei aktiv

Ngor macht Sudans Armee für den Angriff verantwortlich, Belege nannte er laut Reuters nicht. Südsudans Aussenministerium erhebt denselben Vorwurf. Sudans Armee hat auf Anfragen von AP und Reuters zunächst nicht reagiert.

Sudans von der Armee geführte Regierung sagt gegenüber Reuters, die paramilitärische RSF sei in Teilen von Abyei aktiv. Abyei bestreitet das. Drei diplomatische Quellen, die Reuters zitiert, sagen, die RSF habe das getroffene Treibstofflager früher zur Versorgung ihrer Truppen genutzt. Die RSF hat auf Anfragen zunächst nicht reagiert.

Armee und RSF kämpfen im Sudan seit April 2023 gegeneinander. Die UNO zeigt sich alarmiert. «Wir sind weiterhin alarmiert über die unablässigen Drohnenangriffe im ganzen Sudan», sagt Stéphane Dujarric, Sprecher des UNO-Generalsekretärs (übersetzt). Die Angriffe träfen Gemeinschaften, die schon unter den Folgen von mehr als drei Jahren Konflikt litten.

«We remain alarmed by the relentless drone attacks across Sudan»
Stéphane Dujarric, Sprecher des UNO-Generalsekretärs · Quelle

Zwei Staaten, ein ölreiches Gebiet, kein Entscheid seit 2005

Sudan und Südsudan beanspruchen das ölreiche Abyei beide und verwalten es gemeinsam. Die Region grenzt an Kordofan, eines der grossen Kampfgebiete des sudanesischen Kriegs.

Geklärt ist der Status seit dem Friedensabkommen von 2005 nicht, auch die Unabhängigkeit Südsudans 2011 änderte daran nichts. Ein Referendum scheiterte am Streit, wer abstimmen darf: Die Mehrheit der Ngok Dinka will zu Südsudan, die Misseriya-Nomaden wollen zum Sudan.

Die UNO-Friedenstruppe für Abyei warnte bereits im Mai: Die Präsenz der RSF habe die Unsicherheit erhöht, und die verzögerte Klärung des Status gefährde Zivilpersonen und UNO-Personal.

«these attacks are taking a devastating toll on communities already struggling with the consequences of more than three years of conflict»
Stéphane Dujarric, Sprecher des UNO-Generalsekretärs · Quelle

Quellen

  1. 1.France 24 / AP
  2. 2.Reuters (via GV Wire)
  • Sudan
  • Südsudan
  • Abyei
  • Drohnenangriff
  • RSF
  • UNO

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