Nach Bund und Bern: Hacker haben wohl auch Daten der Pensionskasse Stadt Zürich
Nach der Pensionskasse des Bundes und zwei Berner Kassen trifft der Hackerangriff auf eine Softwarefirma wohl auch die Pensionskasse Stadt Zürich (PKZH). Im schlimmsten Fall sind AHV-Nummer, IBAN und versicherter Lohn von Versicherten in die Hände der Hacker gelangt. Renten sind laut PKZH nicht gefährdet.
KI-SymbolbildDarum gehts
- Die Daten stammen aus Tests für ein neues Verwaltungssystem, das ab Anfang 2027 laufen soll.
- Die PKZH hat rund 41'000 Versicherte und 21'000 Pensionsberechtigte. Wie viele betroffen sind, ist offen.
- PK Softech und die PKZH haben Strafanzeige erstattet.
- Laut nau.ch informiert die PKZH alle Versicherten, die möglicherweise betroffen sind.
Gehackt wurde nicht die Pensionskasse selbst, sondern ihr Softwarelieferant, die PK Softech AG. Die PKZH hat den Vorfall selbst öffentlich gemacht, wie 20 Minuten, die Nachrichtenagenturen SDA und AWP sowie die NZZ berichten.
Die Kasse hatte der Firma Daten geschickt, um den Wechsel auf ein neues Verwaltungssystem vorzubereiten. Das heutige System, mit dem die PKZH die Guthaben verwaltet und die Renten auszahlt, war vom Angriff nicht betroffen.
Erst Publica, dann Bern, jetzt Zürich
Den Anfang machte Publica, die Pensionskasse des Bundes. Am 8. Oktober bestätigte der Bundesrat einen Datenabfluss bei einem externen Softwarelieferanten, die Bundesanwaltschaft eröffnete ein Verfahren. Publica nannte der AWP den Namen der Firma: PK Softech AG.
Kurz darauf wurde bekannt, dass auch Daten der Bernischen Pensionskasse und der Bernischen Lehrerversicherungskasse abgeflossen sind, laut Keystone-SDA bei derselben Firma. Die beiden Berner Kassen zählen zusammen über 63'000 Versicherte.
Ob es weitere Kassen trifft, ist noch unklar. Die Pensionskasse Post hält laut AWP für möglich, dass auch Daten ihrer Versicherten betroffen sind.
AHV-Nummer, IBAN, Lohn: Diese Daten könnten weg sein
Die Liste, die die PKZH für den schlimmsten Fall nennt, ist lang: Name, Vorname, Geburtsdatum und Adresse, geschäftliche und private E-Mail-Adresse und Telefonnummer, der Zivilstand und Angaben zum Ehe- oder Lebenspartner. Dazu die AHV-Nummer, die IBAN, der versicherte Lohn und das Sparguthaben.
So schützt du dich jetzt vor Betrügern
In den kommenden Wochen könnten Kriminelle gefälschte E-Mails schicken oder anrufen. Die PKZH rät deshalb: Anhänge in unerwarteten E-Mails nicht öffnen, keine Links anklicken und weder Login- noch Bankdaten herausgeben.
Sind Bank- oder Kartendaten in falsche Hände geraten, empfiehlt das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) allgemein, sofort die Bank zu kontaktieren, betroffene Karten sperren zu lassen und die Kontoauszüge auf verdächtige Buchungen zu prüfen. Zudem rät das BACS, Anzeige bei der zuständigen Kantonspolizei zu erstatten, besonders wenn ein finanzieller Schaden entstanden ist.
Softwarefirma bestätigt Angriff mit Schadsoftware
Ende September verschafften sich Unbekannte mit Schadsoftware Zugang zu einem Teil der IT von PK Softech. Die Firma bestätigt den Angriff in einer eigenen Mitteilung, ohne Kunden zu nennen, und geht davon aus, dass Daten abgeflossen sind.
Seit dem 2. Oktober sind ihre Systeme wieder vollständig verfügbar.
Quellen
- 1.PK Softech AG, Mitteilung «Cyberangriff auf die PK Softech AG»
- 2.Bundesrat, Medienmitteilung vom 8. Oktober 2026 (Publica)
- 3.Pensionskasse Stadt Zürich, Website
- 4.Bundesamt für Cybersicherheit BACS, «Konto gehackt oder Daten abgeflossen – Was nun?»
- 5.20 Minuten
- 6.watson (SDA)
- 7.NZZ
- 8.nau.ch
- 9.cash.ch (AWP), Publica bestätigt PK Softech
- 10.cash.ch (Keystone-SDA), Berner Pensionskassen
- 11.cash.ch (AWP), Pensionskassen Post und Stadt Zürich
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