Trump-Epstein-Bericht: Das sagt die Bernerin, das sagt das Weisse Haus
Die frühere Miss-Schweiz-Kandidatin Béatrice Keul (56) aus Bern wirft Donald Trump in einem Bericht der US-Demokraten vor, sie 1993 in New York vergewaltigt zu haben. Das Weisse Haus sagt, keiner der Vorwürfe stimme.

Darum gehts
- Der Bericht der Demokraten im Justizausschuss enthält Angaben von 11 Frauen.
- Laut Blick spricht Keul erstmals öffentlich von einer vollendeten Vergewaltigung.
- Die Demokraten fordern einen unabhängigen Sonderermittler.
- Trump wurde im Fall Epstein nie angeklagt.
Keul verortet den mutmasslichen Übergriff im New Yorker Plaza Hotel. Trump habe sie im November 1993, während seiner «American Dream Pageant», in einer Suite vergewaltigt, sagte sie den Mitarbeitenden des Justizausschusses.
Laut Blick schildert sie auch die Vorgeschichte. Trump habe ihr ein US-Visum und einen Studienplatz versprochen, Epstein habe sich ihr als «Dons bester Freund» vorgestellt. Nach der mutmasslichen Tat habe Trump sie zum Schweigen gedrängt.
Später habe Trump sie sogar in der Schweiz angerufen und seine Angebote erneuert: ein Visum und ein Platz an der New York University. So steht es in ihren Angaben im Bericht.
«Öffentlich, ja.»
Vor zehn Monaten deutete sie mehr nur an
Der US-Sender Spectrum News stellt Keul als frühere Kandidatin bei den Wahlen zur Miss Schweiz und zur Miss Europe vor.
Schon im Dezember 2025 hatte sie dem Blick gesagt, Trump habe sie geküsst und begrapscht. Eine versuchte Vergewaltigung deutete sie damals nur an. Details behielt sie nach eigenen Angaben für sich, weil sie anonym bedroht worden sei.
Ob sie Trump damit erstmals eine vollendete Vergewaltigung vorwerfe, wollte der Blick wissen. Ihre Antwort: «Öffentlich, ja.»
«None of these allegations are true.»
Elf Frauen und der Vorwurf der Vertuschung
Fünf der Frauen im Bericht werfen Trump vor, sie in Epsteins Gesellschaft oder Anwesenheit vergewaltigt oder sexuell angegriffen zu haben. Die übrigen sechs schildern laut Spectrum News offenbar Versuche von Epstein oder Ghislaine Maxwell, sie an Trump zu vermitteln.
Die Verfasser kommen zum Schluss, Trump und Paolo Zampolli könnten in den 1990er-Jahren Mitverschwörer bei Epsteins Menschenhandel und Missbrauch junger Frauen gewesen sein. Zampolli, ein früherer Model-Agent, war laut Spectrum News bis Anfang Oktober US-Sondergesandter für globale Partnerschaften.
Ins Visier nimmt der Bericht auch das Justizministerium. Todd Blanche, damals stellvertretender Justizminister, habe Maxwell bei ihrer Befragung im Gefängnis im Juli 2025 mindestens dreimal daran gehindert, über eine Überlebende zu sprechen. Jamie Raskin, der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, schreibt, Trumps Justizministerium scheine diese Verbrechen zu vertuschen, um den Präsidenten zu schützen.
«The President kicked Jeffrey Epstein out of his club at Mar-a-Lago because he was a creep.»
Das Weisse Haus weist alles zurück
Keiner der Vorwürfe stimme, schrieb das Weisse Haus an Spectrum News. Sprecherin Lauren Bis fügte an, der Präsident habe Epstein aus seinem Club in Mar-a-Lago geworfen, weil dieser ein Widerling gewesen sei.
Trump selbst bestreitet laut Blick alle Vorwürfe.
«Trump's Justice Department appears to be covering up these crimes to protect the President.»
Acht Tage vor den Midterms
Der Bericht erschien am 26. Oktober, acht Tage vor den US-Zwischenwahlen vom 3. November. Verfasst haben ihn die Mitarbeitenden der demokratischen Minderheit im Ausschuss, nicht das ganze Gremium.
Der Sonderermittler, den die Demokraten fordern, soll gegen Epsteins Mittäter ermitteln und sie anklagen. Le Monde gibt der Forderung keine Chance; die Demokraten hofften aber, den Präsidenten kurz vor den Wahlen zu schwächen.
Quellen
- Donald Trump
- Jeffrey Epstein
- USA
- Bern
- Zwischenwahlen
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