5 Jahre MS-Botschafterin – und dann war Applegates Diagnose falsch
Seit 2021 lebte Christina Applegate mit der Diagnose Multiple Sklerose. Jetzt sagt die US-Schauspielerin, die Diagnose sei falsch gewesen. Erleichtert ist sie nicht: Ihre Beschwerden bleiben.

Darum gehts
- Die Emmy-Gewinnerin hatte die Diagnose 2021 erhalten. Die Wende erzählt sie im Podcast «MeSsy».
- In einer US-Studie mit 241 überwiesenen Patientinnen und Patienten war fast jede fünfte MS-Diagnose falsch.
- Applegate galt als MS-Botschafterin. Nach eigenen Angaben steht die 54-Jährige noch unter Schock.
«Sie kam in mein Zimmer und sagte: ‹Glückwunsch, Sie haben kein MS›.» So beschreibt Christina Applegate den Moment, in dem eine Ärztin ihre Diagnose umwarf.
Die Schauspielerin erzählt das in zwei neuen Folgen von «MeSsy», dem Podcast, den sie mit ihrer Kollegin Jamie-Lynn Sigler macht. Eine davon erschien am Dienstag auf YouTube. Darüber berichten ABC News, der Guardian und 20 Minuten, von dem die deutschen Übersetzungen der Zitate stammen.
«Mir geht es nicht besser, Jamie! Wenn überhaupt, ist es schlimmer geworden»
«Wenn überhaupt, ist es schlimmer geworden»
Nach einer guten Nachricht klingt bei Applegate nichts. «Mir geht es nicht besser, Jamie! Wenn überhaupt, ist es schlimmer geworden», sagt sie zu Sigler. Sie habe weiterhin alle Symptome einer MS-Patientin.
Wie schwer diese sind, zeigt ein Detail: Den Weg vom Auto ins Behandlungszimmer schafft sie nicht zu Fuss. Zu Arztterminen ist sie auf einen Rollstuhl angewiesen.
«Man erfährt nicht von einer Fehldiagnose und plötzlich geht es einem besser», sagt Applegate. «Und jetzt habe ich keinen Grund mehr und das ist sehr beunruhigend und sehr verwirrend für mich.»
«Man erfährt nicht von einer Fehldiagnose und plötzlich geht es einem besser»
Vier Monate im Spital, ein Buch über ihr Leben
Öffentlich machte Applegate die MS-Diagnose 2021, einige Monate nachdem sie die Diagnose erhalten hatte. Danach wurde die Schauspielerin, bekannt geworden mit der Sitcom «Eine schrecklich nette Familie», zu einer prominenten Stimme für mehr Aufmerksamkeit für die Krankheit. Im März erschien ihr Buch mit Erinnerungen, in dem sie auch über diesen Kampf schreibt.
Im Frühling kam sie in ein Spital in Los Angeles. Erst im August, nach rund vier Monaten, konnte sie nach Hause zurück. Der Auftritt im Podcast ist ihr erster seit März.
Sie habe das Gefühl, die Menschen enttäuscht zu haben, für die sie als MS-Botschafterin galt, sagt Applegate. Sie stehe noch unter Schock.
«Und jetzt habe ich keinen Grund mehr und das ist sehr beunruhigend und sehr verwirrend für mich»
Warum MS so schwer zu erkennen ist
In der Schweiz leben nach Hochrechnungen der Schweizerischen MS-Gesellschaft rund 18'000 Menschen mit MS. Allgemein trifft die Krankheit Frauen laut MS-Gesellschaft dreimal häufiger als Männer.
Einen einzelnen Test für Multiple Sklerose gibt es nicht, das betont auch die MS-Gesellschaft. Ärztinnen und Ärzte stützen sich in der Regel auf neurologische Untersuchungen, MRI-Bilder und Labortests. Diese sollen zugleich andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ausschliessen; den Rahmen für die Diagnose geben die sogenannten McDonald-Kriterien.
Genau diese Überschneidung macht die Sache heikel. Die Neurologin Marwa Kaisey vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles kommt in ihrer Forschung zum Schluss, dass fast jede fünfte MS-Diagnose falsch ist, wie ABC News berichtet. Dahinter steht eine Studie, die das Cedars-Sinai 2019 vorstellte: Ein Team prüfte die Fälle von 241 Patientinnen und Patienten, die mit einer MS-Diagnose anderer Ärzte an zwei US-Zentren überwiesen worden waren.
Die Studie gilt nicht für die Schweiz. Wer mit MS lebt und Fragen zur eigenen Diagnose hat, bespricht sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Auskunft gibt auch die MS-Gesellschaft Schweiz.
«Sie kam in mein Zimmer und sagte: ‹Glückwunsch, Sie haben kein MS›»
Quellen
- Christina Applegate
- Multiple Sklerose
- Fehldiagnose
- Hollywood
Diesen Artikel hat eine KI geschrieben. Was ist gut, was nicht?
Wir lesen jede Rückmeldung und setzen sie innert Tagen um.

