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Kenia

Über 400 Tote im Wald, 191 Morde vor Gericht: Darum ist der Fall nicht vorbei

Kinder wurden isoliert und bekamen nichts zu essen, während ihre Eltern zuschauten, schilderte die Richterin laut Reuters. Sie sprach den selbsternannten Pastor Paul Mackenzie am Montag in Mombasa in 191 Mordfällen schuldig. Fast alle Opfer waren Kinder.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Darum gehts

  • Mit Mackenzie sprach die Richterin rund 30 Mitangeklagte schuldig, alle in sämtlichen 191 Fällen.
  • Das Strafmass verkündet das Gericht am 6. November.
  • Im Shakahola-Wald starben laut Behörden über 400 Menschen. Nur 26 Leichen sind identifiziert.
  • Gegen Mackenzie laufen weitere Verfahren, unter anderem wegen Terrorismus.

Richterin Diana Kavedza Mochache verkündete den Schuldspruch am High Court in Mombasa. Darüber berichten Al Jazeera, Reuters, die BBC, der «Guardian» und die kenianische Zeitung «Nation».

Mackenzie hatte im Prozess bestritten, jemanden zum Hungern gezwungen zu haben. Das Gericht wies dieses Argument zurück. Die Kinder hätten nicht frei, informiert und rechtlich gültig eingewilligt, sich zu Tode zu fasten, hielt die Richterin fest.

«The children did not therefore give free informed and legally meaningful consent to fast to death»
Diana Kavedza Mochache, Richterin am High Court Mombasa · Quelle

Zuerst die Kinder, zuletzt die Männer

Mackenzie leitete die Good News International Church. Seinen Anhängern gab die Sekte vor, sich und ihre Kinder auszuhungern, um vor dem Weltuntergang «Jesus zu begegnen».

Im Shakahola-Wald, nahe der Küste im Südosten Kenias, besass er eine Ranch von rund 325 Hektaren. Dort hat er das extreme Fasten laut Anklage «veranlasst und gelenkt». Die Staatsanwaltschaft beschrieb eine «strukturierte Hierarchie des Todes»: Zuerst sollten die Kinder sterben, danach Teenager, Frauen und zuletzt die Männer.

Aufgeflogen ist die Sekte 2023. Nach einem Hinweis verhaftete die Polizei Mackenzie, Wochen später begannen die Behörden, im Wald die ersten Leichen in flachen Gräbern zu finden.

Über 400 Tote, nur 26 mit Namen

Die 191 Morde sind nur ein Teil der Tragödie. Mehr als 400 Leichen wurden aus dem Shakahola-Wald geborgen, viele waren so stark verwest, dass sie nicht identifiziert werden konnten. Gerade einmal 26 Tote haben wieder einen Namen.

Ein Mann, der laut Al Jazeera acht Angehörige verlor, darunter zwei Enkel, sprach von einer schweren Last für die ganze Familie.

Für Mackenzie ist der Fall nicht abgeschlossen. Der Schuldspruch ist erstinstanzlich. Zudem ist er im Zusammenhang mit den Toten im Wald wegen Terrorismus angeklagt, was er bestreitet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm ausserdem vor, den Tod von 52 Menschen im Dorf Kwa Binzaro angeordnet zu haben, rund 30 Kilometer von Shakahola entfernt. In diesem Verfahren plädiert er auf nicht schuldig.

Quellen

  1. 1.Al Jazeera
  2. 2.Reuters (via The Korea Times)
  3. 3.Nation (Kenia)
  4. 4.BBC News
  5. 5.The Guardian
  • Kenia
  • Sekte
  • Shakahola
  • Gericht
  • Mordprozess

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