Ausgerechnet im Altersheim: Mann greift in Olfen (D) an – eine Frau ist tot
In einem Seniorenheim in Olfen im Münsterland ist am Freitagabend eine Bewohnerin bei einem Angriff getötet worden. Zwei weitere Bewohnerinnen wurden laut Polizei schwer verletzt, eine von ihnen schwebt in Lebensgefahr.
Darum gehts
- Der Angreifer ist ein Mann. Laut Polizei geht von ihm keine Gefahr mehr aus.
- Die Polizei rückte mit einem Grossaufgebot aus, vor dem Heim landeten Rettungshelikopter.
- Laut Polizei lebte der Angreifer selbst im Heim. Von einem Messer berichtet bisher nur «Bild».
- Auch in Baden AG starb im April eine Heimbewohnerin, mutmasslich durch ihren Ehemann.
Laufend aktualisiert
Die Polizei hat auch in der neusten dpa-Meldung keine Festnahme bestätigt. Zur Tatwaffe macht sie keine Angaben; von einem Messer berichtet weiterhin nur «Bild».
Das berichten die Nachrichtenagentur dpa und der ORF unter Berufung auf eine Polizeisprecherin in Münster. Ob der Mann festgenommen wurde und warum keine Gefahr mehr von ihm ausgeht, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. Auch in der Nacht auf Samstag bestätigte die Polizei keine Festnahme. Zur Tatwaffe macht sie keine Angaben.
Was «Bild» berichtet
Die «Bild»-Zeitung meldet deutlich mehr, als die Polizei bisher bestätigt hat. Demnach soll ein Bewohner mehrere Menschen mit einem Messer niedergestochen haben. Danach habe er sich in seinem Zimmer ohne Widerstand festnehmen lassen.
Beim Heim handelt es sich laut «Bild» um das Seniorenzentrum St. Vitus-Stift. Auch diese Angaben hat die Polizei nicht bestätigt; der Mann gilt bis zu einem Urteil als unschuldig.
77 Pflegebedürftige unter einem Dach
Träger des von «Bild» genannten St. Vitus-Stifts ist die Stadt Olfen. Laut Betreiber leben dort 77 pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren, dazu kommt ein betreutes Wohnen mit 36 Wohnungen.
Olfen ist eine Kleinstadt im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Ende 2025 zählte sie rund 13'100 Einwohnerinnen und Einwohner.
Im April: Tötungsdelikt in einem Pflegezentrum in Baden AG
Am Sonntagnachmittag, 26. April 2026, wurde in einem Pflegezentrum in Baden AG eine 81-jährige Bewohnerin tot aufgefunden. Ihr 82-jähriger Ehemann wurde schwer verletzt angetroffen. Der Verdacht richtet sich dort gegen den Ehemann, nicht gegen einen anderen Heimbewohner.
Der Mann hat laut den Strafverfolgungsbehörden eingeräumt, für den Tod seiner Frau verantwortlich zu sein. Die Staatsanwaltschaft Baden eröffnete ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung, das Zwangsmassnahmengericht ordnete Untersuchungshaft an. Auf eine Beteiligung von Mitarbeitenden gibt es keine Hinweise, es gilt die Unschuldsvermutung.
Gewalt gegen ältere Menschen ist in der Schweiz kein Randthema: Das Bundesamt für Sozialversicherungen schätzt, dass jedes Jahr 300'000 bis 500'000 Menschen über 60 Gewalt oder Vernachlässigung erleben, sowohl zu Hause als auch im Heim. Der Bundesrat hat am 20. März 2026 ein Programm gegen Gewalt im Alter für 2026 bis 2030 beschlossen. Wegen der knappen Bundesfinanzen wird es «mit bestehenden Instrumenten umgesetzt»; erste Aktivitäten sind für das zweite Halbjahr 2026 geplant.
Quellen
- 1.ORF (Angaben der Polizeisprecherin Münster)
- 2.t-online (dpa, 16.10.2026, 23:36 Uhr)
- 3.t-online (dpa, aktualisiert 17.10.2026, 00:35 Uhr)
- 4.Ludwigsburger Kreiszeitung (dpa, Angaben der Polizeisprecherin Münster)
- 5.Schwäbische Post (dpa/«Bild»)
- 6.Kantonspolizei Aargau (wiedergegeben von polizei.news): Baden AG
- 7.BSV: Alter ohne Gewalt
- 8.Wikipedia: Olfen
- Olfen
- Münsterland
- Deutschland
- Seniorenheim
- Angriff
- Nordrhein-Westfalen
- Baden AG
- Gewalt im Alter
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