Ronaldo verlässt Portugals Camp ohne Erlaubnis: 255 Euro Busse – Strafe oder Witz?
Cristiano Ronaldo ist für 30 Tage gesperrt und muss 255 Euro Busse zahlen, weil er Ende September ohne Erlaubnis aus Portugals Trainingslager abgereist ist. Trotzdem darf er schon am 14. November gegen Dänemark wieder spielen.

Darum gehts
- Der 41-Jährige soll laut «Der Standard» bei Al-Nassr rund 400 Euro pro Minute verdienen.
- Der Verband wertete den Abgang als vorsätzliches Vergehen.
- Mildernd wirkten laut Euronews seine weisse Weste ohne Disziplinarstrafe in der laufenden und den drei Saisons davor und seine Reue, erschwerend die Rolle als Captain.
- Vorausgegangen war ein Streit mit Nationaltrainer Jorge Jesus, der Ronaldo wieder nur als Ersatzspieler einsetzen wollte.
Der Bruch kam in Kopenhagen. Am 30. September, am Vorabend des Spiels gegen Dänemark, verliess Ronaldo das Team vor einem Training im Parken-Stadion. Zuvor hatte er beim Sieg in Oslo gegen Norwegen auf der Ersatzbank gesessen.
Das berichten A Bola, Euronews und SRF, die sich auf den Entscheid des Disziplinarrats des portugiesischen Fussballverbands FPF stützen.
Trainer Jorge Jesus hatte angekündigt, Ronaldo wieder nur als Ersatzspieler einzusetzen. Ronaldo warf ihm Wortbruch vor. Verband und Team informierte er laut Euronews vor seiner Abreise nicht. Verbandspräsident Pedro Proença sagte er am Telefon, er sei emotional nicht in der Lage, im Trainingslager zu bleiben.
Vorsätzliches Vergehen – und eine Busse unter dem angeblichen Minutenlohn
Der Disziplinarrat sprach Ronaldo eines vorsätzlichen Vergehens nach Artikel 160 des Disziplinarreglements schuldig. Die Busse legte er auf 2,5 Rechnungseinheiten fest. Gemessen an den rund 400 Euro, die Ronaldo laut «Standard» pro Minute verdienen soll, ist das weniger als ein Minutenlohn.
Der Rat hielt ihm laut Euronews zugute, dass er in der laufenden und den drei Saisons davor nie eine Disziplinarstrafe kassiert hatte. Für ihn sprachen auch seine Verdienste um den Fussball und eine Erklärung vom 6. Oktober, in der der Rat Reue erkannte.
Gegen ihn wogen das grosse Medienecho und seine Rolle als Captain.
Comeback gegen Dänemark möglich
Einen Grossteil der Sperre hat Ronaldo bereits hinter sich. Laut dnoticias.pt hatte die FPF schon Anfang Oktober ein dringliches Verfahren eröffnet und ihn vorläufig gesperrt. Laut Euronews zählt die Strafe ab dem 1. Oktober, beim Entscheid blieben noch 11 Tage.
Nach dem Spiel gegen Dänemark trifft Portugal am 17. November in Cardiff auf Wales. Auch dort wäre Ronaldo spielberechtigt. Sportlich ist Portugal ohnehin durch: Das Team hat alle vier Gruppenspiele der Nations League gewonnen und steht im Viertelfinal.
Ob Jorge Jesus seinen Captain für November wieder aufbietet, ist noch offen.
Quellen
- Cristiano Ronaldo
- Portugal
- Fussball
- Nations League
- Sperre
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