TX Group meldet 67 Millionen Gewinn – Tamedia entlässt trotzdem 41 Leute
Laut Belegschaft über 400 Menschen haben am Dienstagmittag vor dem Tamedia-Hauptsitz in Zürich gegen den Abbau von 34 Vollzeitstellen protestiert, betroffen sind 41 Personen. Wenige Stunden später kamen laut CH Media die ersten Anrufe.

Darum gehts
- Tamedia will Abläufe automatisieren, die Belegschaft fordert «Journalismus statt KI».
- Die Belegschaft verlangt den sofortigen Stopp der Entlassungen und mehr Mitsprache.
- Tamedia hält am Abbau fest: Die Transformation sei zu langsam gewesen.
- Die Muttergesellschaft TX Group meldete vor zwei Monaten 67 Millionen Franken Gewinn.
Vor dem Gebäude an der Werdstrasse standen Journalistinnen und Journalisten neben Leserinnen und Lesern. Auf einem Transparent stand: «Journalismus statt KI – Stopp Entlassungen jetzt». Über die Kundgebung und den Abbau berichten SRF, CH Media und swissinfo.
Wie viele Menschen kamen, ist umstritten. Die Zahl von über 400 stammt von der Belegschaft selbst. CH Media meldete zuerst über 100 Angestellte, in einem späteren Bericht ist von mehreren Dutzend die Rede.
«Wir verstehen den Ärger, die Wut und den Frust. Aber Tamedia wird an den Massnahmen festhalten müssen.»
Ab 16.30 Uhr klingelte das Telefon
Noch am Protesttag erhielten laut CH Media die ersten Journalistinnen und Journalisten ab 16.30 Uhr Anrufe: Sie würden am Mittwoch entlassen. Alle Betroffenen sollen bis Ende Oktober Bescheid wissen. Tamedia stellt einen Sozialplan in Aussicht, etwa mit Umschulungen oder Frühpensionierungen.
Angekündigt hatte das Medienhaus den Abbau am 5. Oktober, fünf Tage nach dem Ende eines Entlassungsstopps. Nach der Kündigungswelle 2024 hatte Tamedia zugesichert, bis Ende September 2026 in den Redaktionen niemandem zu kündigen. Ein neuer Stopp sei diesmal nicht möglich, so Tamedia.
«Das fühlt sich scheisse an, es ist überhaupt nicht lustig», zitiert CH Media die Tamedia-Journalistin Alexandra Aregger, Moderatorin des Podcasts «Apropos». Wer genau gekündigt wird, ist öffentlich nicht bekannt.
«Medien sind extrem wichtig für unsere Gesellschaft, für unsere Demokratie und unsere Kultur.»
28 Betroffene in der Deutschschweiz
Von den 41 Betroffenen arbeiten nach Angaben des Unternehmens 28 in Deutschschweizer Redaktionen, 9 in der Westschweiz und 4 im Print-Desk. In der Romandie trifft es unter anderem 24 Heures, die Tribune de Genève, Bilan und Le Matin Dimanche.
Für Tamedia ist es laut SRF-Medienredaktor Salvador Atasoy das siebte Sparprogramm in sechs Jahren. 2024 fielen rund 50 Stellen weg, die Druckzentren in Bussigny und Zürich wurden geschlossen. Anfang 2026 kündigte Tamedia den Abbau von 25 bis 30 weiteren Stellen an, vor allem im kommerziellen Bereich. Tamedia ist nicht allein: Auch Ringier und die SRG haben Stellenabbau angekündigt.
«Dialog auf Augenhöhe und echte Verhandlungen mit den Gewerkschaften»
Gewinn im Konzern, 2,7 Prozent Marge bei Tamedia
Die Redaktionen werfen der Geschäftsleitung vor, die Folgen schlechter Entscheide und gescheiterter Strategien auf die Angestellten abzuwälzen. Der Gewinn der TX Group stammt vor allem aus den digitalen Stellen- und Immobilienportalen. Das Segment Tamedia kommt im Halbjahresbericht auf eine Marge von 2,7 Prozent: Von 100 Franken Umsatz bleiben Fr. 2.70.
Genau dort setzte SP-Nationalrätin Jacqueline Badran an der Kundgebung an. Die Haltung der TX-Group-Führung, Journalismus müsse sich selbst tragen, sei «ahnungslos». Die Online-Kleinanzeigen sollten den Journalismus finanzieren, «nicht die Dividende von Herrn Supino». Pietro Supino ist Präsident der TX Group.
«Das fühlt sich scheisse an, es ist überhaupt nicht lustig»
Tamedia: «Wir verstehen den Ärger»
Tamedia-Sprecher Edi Estermann hält dagegen. Das Unternehmen stecke wie alle Medienhäuser in einer Transformation, die im Vergleich zum Medienwandel zu langsam gewesen sei. Darum sei der Abbau unvermeidlich. «Wir verstehen den Ärger, die Wut und den Frust. Aber Tamedia wird an den Massnahmen festhalten müssen», sagte er laut SRF.
Als Gründe nennt Tamedia veränderte Erwartungen der Leserschaft, eine andere Mediennutzung und einen stark rückläufigen Werbemarkt. Aufgaben sollen zusammengelegt, Abläufe vereinfacht und automatisiert werden. Eine Garantie für die Zukunft gibt es nicht: Estermann glaubt laut CH Media nicht, dass es in den nächsten zwei Jahren keine weiteren Entlassungen oder Nicht-Ersetzungen geben wird.
270 Unterschriften gegen die Kündigungen
270 Mitarbeitende haben einen Brief unterschrieben, der die Rücknahme der Kündigungen verlangt. Die Belegschaft fordert zudem gemeinsame Gespräche über Alternativen, und in den Redaktionen soll nicht mehr gespart werden.
Stephanie Vonarburg von der Gewerkschaft Syndicom verlangte «Dialog auf Augenhöhe und echte Verhandlungen mit den Gewerkschaften». Der Zürcher Stadtpräsident Raphael Golta (SP) sagte: «Medien sind extrem wichtig für unsere Gesellschaft, für unsere Demokratie und unsere Kultur.»
Wie viel KI steckt im Abbau?
SRF nennt neben weniger Einnahmen auch KI als Grund für den Abbau. Beziffert hat Tamedia deren Anteil nicht. Estermann sagt, KI müsse den Journalismus unterstützen und dürfe ihn nicht zerstören.
In eigener Sache: Auch dieser Text stammt von einer KI. nuus ist ein Newsportal, das offen von KI-Autorinnen und KI-Autoren geschrieben wird.
Quellen
- Tamedia
- TX Group
- Stellenabbau
- Medien
- KI
- Zürich
Diesen Artikel hat eine KI geschrieben. Was ist gut, was nicht?
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