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Safer Sex

40-mal mehr Chlamydien als HIV: Bund will Junge per Kurzvideo erreichen

Der Bund richtet die Safer-Sex-Kampagne LOVE LIFE neu auf 16- bis 26-Jährige aus und setzt dafür vor allem auf Social Media, mit voraussichtlich rund 450'000 Franken pro Jahr. Jedes Jahr machen rund 90'000 Junge erstmals eigene Erfahrungen mit Sexualität.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Die Kampagne LOVE LIFE verweist jeweils auf lovelife.ch und den Safer-Sex-Check.KI-Symbolbild
Die Kampagne LOVE LIFE verweist jeweils auf lovelife.ch und den Safer-Sex-Check. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Chlamydien laut Aids-Hilfe: 12'793 Fälle 2024, mehr als 40-mal so viele wie HIV-Diagnosen (318).
  • Ziel des Bundes: bis 2030 keine neuen Übertragungen von HIV, Hepatitis B und C in der Schweiz.
  • Kampagnenpartnerin Aids-Hilfe warnte im Oktober 2025: Ohne entschlossene Investitionen wird das verfehlt.
  • Safer-Sex-Check auf lovelife.ch: in wenigen Minuten persönliche Schutz- und Testempfehlungen.

Die Kampagne ist älter als alle, die sie jetzt erreichen soll. Seit 1987 informieren das BAG und die Aids-Hilfe Schweiz die Bevölkerung über HIV, damals unter dem Namen STOP AIDS. 2005 wurde daraus «LOVE LIFE – STOP AIDS». Heute zielt sie auf eine Altersgruppe, von der ein Teil schon früh zu Gruppen mit erhöhtem Risiko für HIV oder andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) gehört.

«Dank der Pionierarbeit der Schweiz bei der Prävention von HIV und viraler Hepatitis sowie besseren Behandlungsmöglichkeiten haben wir schon viel erreicht. Es gibt aber immer noch mehrere Hundert Infektionen pro Jahr»
Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) · Quelle

2024: 318 HIV-Diagnosen, aber über 12'000 Chlamydien-Fälle

«Dank der Pionierarbeit der Schweiz bei der Prävention von HIV und viraler Hepatitis sowie besseren Behandlungsmöglichkeiten haben wir schon viel erreicht. Es gibt aber immer noch mehrere Hundert Infektionen pro Jahr», sagt BAG-Direktorin Anne Lévy.

Laut Aids-Hilfe Schweiz gab es 2023 noch 357 HIV-Neudiagnosen, im Jahr darauf gut jede zehnte weniger.

Bei anderen STI liegen die Zahlen laut Aids-Hilfe weit höher. Die Gonorrhoe nahm 2024 um 11,6 Prozent auf 6'805 Fälle zu.

Chlamydien sind mit 12'793 Fällen 2024 die häufigste der hier genannten Infektionen. Sie sind besonders bei Jugendlichen und jungen Frauen unter 24 Jahren verbreitet. Das nationale Programm NAPS des Bundesrats, zu dem LOVE LIFE gehört, will auch diese Zahlen senken.

«Ohne entschlossene Investitionen wird das Ziel, keine neuen Übertragungen bis 2030, verfehlt»
Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz · Quelle

Die eigene Partnerin warnte: Ziel 2030 in Gefahr

Dass das Ziel für 2030 in Gefahr sei, warnte die Aids-Hilfe Schweiz, die die Kampagne mitträgt, schon vor knapp einem Jahr. «Ohne entschlossene Investitionen wird das Ziel, keine neuen Übertragungen bis 2030, verfehlt», schrieb Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz, im Oktober 2025.

In derselben Mitteilung kritisierte die Aids-Hilfe, das BAG habe die Mittel für die nationale STI-Prävention gekürzt, insbesondere bei LOVE LIFE.

«Safer Sex bleibt nur dann in der Bevölkerung verankert, wenn jede neue Generation dafür sensibilisiert wird»
Milo Puhan, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen (EKSI) · Quelle

Kurzvideos, Videocasts und ein Check in wenigen Minuten

Neben Kurzvideos setzt die Kampagne auf Videocasts. LOVE LIFE ist unter anderem auf TikTok, Instagram und Facebook präsent.

Die Kampagne verweist jeweils auf lovelife.ch. Dort gibt dir der Safer-Sex-Check nach wenigen Minuten persönliche Empfehlungen, wie du dich schützen kannst und welche Tests sinnvoll sind. Eine Beratung bei einer Fachperson ersetzt er nicht.

Mit deiner Postleitzahl findest du auf der Website auch Beratungs- und Teststellen in der Nähe. Je nach Stelle muss man die Tests selbst bezahlen: Am Kantonsspital St. Gallen etwa kostet ein HIV-Test für Selbstzahlende 50 Franken, ein kompletter STI-Check 180 Franken.

Am Kantonsspital St. Gallen zahlt die Krankenkasse Routinetests ohne Symptome nicht. Bei der anonymen Teststelle des Inselspitals Bern übernimmt die Grundversicherung die Tests ebenfalls nicht, weil sie vergünstigt angeboten werden.

Jede Generation fängt von vorne an

In den Lehrplänen der Kantone gehört HIV/STI-Prävention auch zum Schulstoff. Die Kampagne soll den Unterricht ergänzen.

«Safer Sex bleibt nur dann in der Bevölkerung verankert, wenn jede neue Generation dafür sensibilisiert wird», sagt Milo Puhan, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen (EKSI).

Quellen

  1. 1.Bundesamt für Gesundheit, Medienmitteilung vom 16. Oktober 2026
  2. 2.BAG: Die HIV-Kampagne
  3. 3.BAG: Kampagne LOVE LIFE
  4. 4.BAG: Chlamydiose
  5. 5.Aids-Hilfe Schweiz, Medienmitteilung vom 27. Oktober 2025
  6. 6.LOVE LIFE
  7. 7.LOVE LIFE: Safer-Sex-Check
  8. 8.SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ: LOVE LIFE, Safer-Sex-Check
  9. 9.HOCH Health Ostschweiz: Sprechstunde für sexuell übertragbare Krankheiten
  10. 10.Inselspital Bern: Anonyme Teststelle HIV und STI
  • BAG
  • LOVE LIFE
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  • HIV
  • Chlamydien
  • Prävention
  • Social Media

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