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Food Waste

600 Franken pro Kopf im Kübel: Schweiz verfehlt Food-Waste-Zwischenziel klar

Rund 80 Kilo Essen wirft jede Person in der Schweiz im Schnitt pro Jahr zu Hause weg, für rund 600 Franken, schreibt der Verein foodwaste.ch. Bis 2025 wollte der Bund die Lebensmittelverluste um einen Viertel senken, geschafft waren bis 2024 laut einer Schätzung der ZHAW rund 5 Prozent.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Ganzes Brot, frisches Gemüse: Vieles im Kübel wäre noch essbar.KI-Symbolbild
Ganzes Brot, frisches Gemüse: Vieles im Kübel wäre noch essbar. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Gut ein Viertel aller Lebensmittelverluste der Schweiz entsteht laut foodwaste.ch in den Privathaushalten.
  • Rund 20 Prozent des Food Waste zu Hause gehen laut Kanton Basel-Stadt auf missverstandene Datumsangaben zurück.
  • Das Fernziel bleibt: Bis 2030 sollen die vermeidbaren Verluste halbiert sein, gemessen an 2017.

Anderthalb Kilo pro Woche

Bafu-Direktorin Katrin Schneeberger nannte denselben Betrag von 600 Franken pro Kopf schon im Juni 2024 im SRF-«Tagesgespräch». Für eine vierköpfige Familie macht das rund 2400 Franken im Jahr. «Wenn man das auf eine vierköpfige Familie hochrechnet, ist das enorm», sagte sie.

Gut anderthalb Kilo Lebensmittel landen so pro Person und Woche zu Hause im Abfall. Mengenmässig sind es am häufigsten Gemüse, Früchte, Milchprodukte sowie Brot und Backwaren, schreibt foodwaste.ch. Pro Kilo gerechnet belasten laut Bafu hingegen unter anderem Verluste von Fleisch, Kaffee- und Kakaobohnen, Butter, Eiern, Käse und Fisch die Umwelt am stärksten.

Wie viel das ausmacht, rechnete Basel-Stadt zur Nationalen Woche gegen Foodwaste im September vor: Würden die Schweizer Haushalte eine Woche lang nichts wegwerfen, liessen sich rund 30 Millionen Mahlzeiten retten.

«Wenn man das auf eine vierköpfige Familie hochrechnet, ist das enorm.»
Katrin Schneeberger, Direktorin des Bundesamts für Umwelt (Bafu), im SRF-«Tagesgespräch» vom 12. Juni 2024 · Quelle

Im Laden sinken die Verluste, im ganzen Land kaum

Im Mai hat der Bundesrat Zwischenbilanz gezogen. Über die ganze Lebensmittelkette gerechnet gingen pro Person und Jahr laut einer Schätzung der ZHAW 2024 noch immer rund 310 Kilo verloren, 2017 waren es 330 Kilo.

Deutlich vorwärts ging es im Detailhandel: Verlässliche Daten weisen dort auf rund 20 Prozent weniger Verluste seit 2017 hin, der Unsicherheitsbereich beginnt bei 14 Prozent.

Bei den Gastro-Unternehmen, die mitmessen, landen pro Hauptmahlzeit noch 66 Gramm im Abfall, rund halb so viel wie für 2017 geschätzt. Das gilt allerdings nur für diese 11 Firmen, nicht für die ganze Branche.

Für das ganze Land reicht das nicht. Der Bundesrat begründet das so: Die Massnahmen brauchen Zeit, bis sie voll wirken, teilweise fehlt noch die Breitenwirkung, und bei den Haushalten braucht es stärkere Anstrengungen.

Was die zwei Daten auf der Packung bedeuten

Viel landet im Kübel, weil das Datum auf der Packung falsch verstanden wird. «Mindestens haltbar bis» betrifft die Qualität, nicht die Sicherheit, erklärt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Viele Produkte sind nach Ablauf noch geniessbar, solange sie einwandfrei riechen, aussehen und schmecken.

Vor dem Kübel heisst das: anschauen, riechen, probieren. Läden dürfen solche Produkte nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum sogar weiterhin verkaufen oder abgeben, sofern Qualität und Sicherheit stimmen und die Kundschaft nicht getäuscht wird.

Anders beim Aufdruck «zu verbrauchen bis». Er steht auf besonders empfindlichen Lebensmitteln und dient der Lebensmittelsicherheit. Ist das Datum vorbei, ist ein sicherer Verzehr nicht mehr gewährleistet, auch wenn Geruch, Aussehen und Geschmack unauffällig sind.

Was der Bund jetzt ändern will

Für die nächste Phase will der Bundesrat mehr Akteure für den Aktionsplan gewinnen und die Datengrundlagen verbessern, etwa in der Landwirtschaft. Die Haushalte will er stärker auf das Thema aufmerksam machen.

Gelingt die Halbierung bis 2030, sinken Umweltbelastung und Treibhausgase der Ernährung um 10 bis 15 Prozent, rechnet das Bafu. 2028 wird der Bundesrat erneut über den Stand informiert.

Quellen

  1. 1.BAFU / Bundesrat: Medienmitteilung zum Zwischenbericht des Aktionsplans, 6. Mai 2026
  2. 2.Zwischenbericht Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung (PDF)
  3. 3.ZHAW/BAFU: Monitoring der Lebensmittelverluste, Zwischenstandsbericht 2025 (PDF)
  4. 4.BAFU: Lebensmittelverluste
  5. 5.BLV: Informationen auf der Lebensmitteletikette
  6. 6.Kanton Basel-Stadt: Nationale Woche gegen Foodwaste, Mitteilung vom 28. August 2026
  7. 7.foodwaste.ch: Zahlen und Fakten zu Food Waste (gestützt auf ZHAW/BAFU-Monitoring 2025)
  8. 8.Save Food, Fight Waste (Stiftung Pusch)
  9. 9.SRF, 12. Juni 2024: Pro Kopf werden Lebensmittel für 600 Franken weggeworfen
  • Food Waste
  • Lebensmittel
  • Haushalt
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  • Bundesrat
  • BAFU

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