Besteckschublade, Schontrommel: Miele-Patron Zinkann ist mit 98 gestorben
Wer einen Miele-Geschirrspüler mit Besteckschublade hat, kennt sein Erbe. Er führte Miele über mehr als vier Jahrzehnte: Peter Christian Zinkann ist am Montag, 19. Oktober 2026, mit 98 Jahren gestorben.
Darum gehts
- Zinkann selbst meldete laut WDR über 130 Patente an.
- Zinkann war der Enkel von Reinhard Zinkann, der Miele 1899 mit Carl Miele gegründet hatte.
- Unter seiner Führung kamen Besteckschublade und Schontrommel auf den Markt.
- Sein Sohn Reinhard Zinkann sitzt seit 1999 in der Miele-Geschäftsleitung.
Miele trauert um eine «herausragende Unternehmerpersönlichkeit» und würdigt seine «entscheidende Rolle» beim Erfolg des Unternehmens. So zitiert die Nachrichtenagentur dpa die Mitteilung, mit der das Familienunternehmen in Gütersloh den Tod bestätigt; auch 20 Minuten beruft sich auf Miele. Auf dpa und 20 Minuten stützen sich auch die folgenden Angaben zu seinem Leben.
«herausragende Unternehmerpersönlichkeit»
Aus Bremen nach Gütersloh
Zinkann kam am 17. September 1928 in Bremen zur Welt. 1945 zog die Familie nach Gütersloh, an den heutigen Sitz des Unternehmens, das sein Grossvater 1899 zusammen mit Carl Miele gegründet hatte.
Der Enkel studierte Maschinenbau, promovierte und trat in den 1950er-Jahren ins Unternehmen ein. Im selben Jahrzehnt, 1958, brachte Miele laut 20 Minuten seine erste vollautomatische Frontlader-Waschmaschine heraus.
An der Spitze stand Zinkann über mehr als vier Jahrzehnte, nicht allein, sondern gemeinsam mit Rudolf Miele.
«entscheidende Rolle»
Trockner, Besteckschublade, Schontrommel
In seine Zeit an der Spitze fallen mehrere Neuheiten. 1966 kam ein elektronisch gesteuerter Trockner auf den Markt, laut 20 Minuten der erste in Europa.
Ab 1986 kamen Miele-Geschirrspüler mit Besteckschublade auf den Markt, 2001 folgte die Schontrommel für Waschmaschinen. Zinkann selbst meldete laut WDR über 130 Patente an.
Abschied kurz nach dem Tod des Partners
Ende 2004 zog sich Zinkann als geschäftsführender Gesellschafter zurück, kurz nachdem Rudolf Miele gestorben war. Ein Jahr zuvor hatte ihn Gütersloh zum Ehrenbürger gemacht, 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Die Familie ist weiterhin an Bord: Sohn Reinhard Zinkann gehört seit 1999 der Geschäftsleitung an.
Das Unternehmen, das sein Grossvater mitgründete, setzte 2025 nach eigenen Angaben 5,16 Milliarden Euro um, 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 23'000 Menschen arbeiten heute für Miele.
Quellen
- Miele
- Nachruf
- Haushaltsgeräte
- Familienunternehmen
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