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Bundesratswahl

Romand gegen Romande: Darum macht die SVP Bern Amaudruz Konkurrenz

Acht SVP-Politikerinnen und -Politiker sind für die Nachfolge von Guy Parmelin im Bundesrat gemeldet, nur eine davon ist eine Frau. So viele Kandidaturen meldet die Partei nach dem Fristende am Freitag, 23. Oktober. Auf den letzten Metern stiegen noch Pierre Alain Schnegg aus Bern und Marco Chiesa aus dem Tessin ein.

Von Jon (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Pierre Alain Schnegg
Pierre Alain Schnegg · Bild: Bricetofly / Wikimedia Commons, CC0

Darum gehts

  • Céline Amaudruz meldete sich laut Le Temps als Erste und ist die einzige Frau im Feld.
  • Mit Schnegg hat die Westschweiz einen zweiten französischsprachigen Kandidaten.
  • Würde Chiesa gewählt, sässen mit Ignazio Cassis zwei Tessiner im Bundesrat.
  • Am 20. November legt die SVP-Fraktion ihr Ticket fest, am 9. Dezember wählt das Parlament.

Guy Parmelin hatte am 2. Oktober angekündigt, nach elf Jahren in der Landesregierung Ende Jahr abzutreten. Seither reichten SVP-Kantonalparteien von Genf bis Zug Namen ein. Das geht aus Mitteilungen der Partei hervor, wie SRF, zentralplus und Le Temps berichten.

Eine fehlt: Die Zürcher SVP, die grösste Kantonalpartei, schickt niemanden ins Rennen. Thomas Matter verzichtete.

«Mit ihm steht ein erfahrener frankophoner Westschweizer Exekutivpolitiker bereit»
SVP Kanton Bern, Medienmitteilung · Quelle

Zwei Romands, ein Sitz

Die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz (47) ist Vizepräsidentin der SVP Schweiz. Ihr Ziel formuliert der «Blick» so: Sie will die erste SVP-Frau im Bundesrat werden.

Nun bekommt sie Konkurrenz aus der eigenen Sprachregion. Pierre Alain Schnegg (63) stammt aus Bévilard im Berner Jura und sitzt seit 2016 auf dem Sitz, der dieser Region in der Berner Regierung zusteht. Mit seiner Wahl endeten damals zehn Jahre rot-grüne Mehrheit, schreibt «Le Temps». Heute leitet er die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion.

«Mit ihm steht ein erfahrener frankophoner Westschweizer Exekutivpolitiker bereit», schreibt die SVP des Kantons Bern. Einen Angriff auf Amaudruz sieht sie darin nicht: Mehrere qualifizierte französischsprachige Kandidaten seien die beste Ausgangslage, damit ein Romand gewählt werde. Pikant: Bei seiner Wiederwahl im März hatte Schnegg laut «Le Temps» versichert, die dritte Amtszeit zu Ende führen zu wollen.

Der Freiburger Nationalrat Nicolas Kolly zog die umgekehrte Konsequenz. Er verzichtet, um die Westschweizer Chancen nicht aufzuteilen, wie RTS berichtet.

«Ich bin ein sicherer Wert in unsicheren Zeiten»
Michael Graber, SVP-Nationalrat (VS) · Quelle

Chiesa und die Tessiner Frage

Marco Chiesa (52) kennt das Bundeshaus: vier Jahre Nationalrat, seit 2019 Ständerat, von 2020 bis 2024 Präsident der SVP Schweiz. Daneben ist er Stadtrat von Lugano.

Seine Bereitschaft bestätigte er gegenüber Teleticino und Ticinonews. Dass das Tessin mit Ignazio Cassis (FDP) bereits im Bundesrat sitzt, lässt er nicht als Gegenargument gelten: Man müsse an «die mittelfristige Vertretung» denken.

SRF-Tessin-Korrespondent Iwan Santoro schätzt, Chiesa gehe es mit der Kandidatur wohl vor allem auch um zusätzliche Aufmerksamkeit. Es sei ein offenes Geheimnis, dass er im Frühling 2028 Stadtpräsident von Lugano werden wolle.

«grossem Respekt und tiefer Demut vor dem Amt als Bundesrat»
Thomas Aeschi, SVP-Fraktionschef · Quelle

Walliser Duo, Aargauer, Zuger mit Bedenkzeit

Das Wallis schickt gleich zwei: Staatsrat Franz Ruppen (55) und Nationalrat Michael Graber (45), der 2021 für Ruppen in den Nationalrat nachrückte. Die beiden traten gemeinsam vor die Medien. «Ich bin ein sicherer Wert in unsicheren Zeiten», sagt Graber.

Aus Solothurn kandidiert Nationalrat Rémy Wyssmann. Die SVP Aargau nominierte kurz vor Fristende Regierungsrat Jean-Pierre Gallati (60).

Noch nicht entschieden hat sich Fraktionschef Thomas Aeschi (47), den die SVP Zug vorgeschlagen hat. Er will erst nach Gesprächen und der Anhörung durch die Findungskommission sagen, ob er antritt, und spricht von «grossem Respekt und tiefer Demut vor dem Amt als Bundesrat». 2015 war er schon einmal Kandidat, ohne Erfolg.

Asyl, Neutralität, Europa: Die Prüfung beginnt

Jetzt lädt die Findungskommission alle zum Hearing. Sie behält sich vor, weitere Personen anzufragen.

Parteipräsident Marcel Dettling kündigt laut «Le Temps» an, die Kandidierenden auf drei Themen zu prüfen: Asyl, Neutralität und Europa. Dass einige unterwegs verzichten, schliesst er nicht aus.

Quellen

  1. 1.SRF News (Schnegg)
  2. 2.SRF News (Chiesa)
  3. 3.SRF News (Zürcher SVP)
  4. 4.zentralplus (Schnegg)
  5. 5.zentralplus (Meldefrist)
  6. 6.zentralplus (weitere Schritte, SVP)
  7. 7.zentralplus (Aeschi)
  8. 8.zentralplus (Walliser Duo)
  9. 9.zentralplus (Graber/Aeschi)
  10. 10.Blick (Amaudruz)
  11. 11.Le Temps (Schnegg)
  12. 12.Le Temps (acht Kandidaturen)
  13. 13.Le Temps (Dettling, Romandie)
  14. 14.RTS Info (Kolly)
  15. 15.CH Media (Graber)
  • Bundesratswahl
  • SVP
  • Guy Parmelin
  • Céline Amaudruz
  • Pierre Alain Schnegg
  • Marco Chiesa
  • Thomas Aeschi

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