Maret hört auf, und ein alter Bekannter aus Bern will ihren Sitz im Stöckli
Die Walliser Mitte-Ständerätin Marianne Maret tritt bei den Wahlen 2027 nicht mehr an, teilt ihre Partei mit. Ex-CVP-Chef und heutiger Walliser Regierungspräsident Christophe Darbellay will ihre Nachfolge antreten, wie er «Le Nouvelliste» bestätigte.

Darum gehts
- Maret sitzt seit 2019 als erste Walliserin im Ständerat und hört Ende 2027 auf.
- Darbellay führte von 2006 bis 2016 die CVP Schweiz und sass zwölf Jahre im Nationalrat.
- Gesetzt ist er nicht: Die Mitte Unterwallis nominiert erst nach dem 14. Dezember.
- Gewählt wird am 24. Oktober 2027. Laut «Le Temps» rechnen viele damit, dass er danach zwei Jahre ein Doppelmandat anstrebt.
«Ich bin überzeugt, alles mitzubringen, um die Interessen des Wallis in einer ganz entscheidenden Phase seiner Geschichte bestmöglich zu vertreten», sagte Darbellay der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste». Seine Botschaft dahinter: «Das Wallis muss sich neu aufbauen und stärker werden.» Beide Zitate sind aus dem Französischen übersetzt.
Das berichten RTS gestützt auf die Agentur ATS, «Le Temps» und zentralplus. Überraschend kommt die Ankündigung nicht. Laut «Le Temps» galt die Kandidatur des 55-Jährigen schon seit über einem Jahr als wahrscheinlich.
Nach seiner Zeit in Bern wechselte Darbellay 2017 in die Walliser Regierung. Seit neun Jahren leitet er dort das Departement für Volkswirtschaft und Bildung, derzeit präsidiert er die Kantonsregierung.
«Ich bin überzeugt, alles mitzubringen, um die Interessen des Wallis in einer ganz entscheidenden Phase seiner Geschichte bestmöglich zu vertreten. (Übersetzung aus dem Französischen)»
Erst muss er an der eigenen Partei vorbei
Bevor die Walliserinnen und Walliser entscheiden, muss Darbellay am Parteikongress der Mitte Unterwallis bestehen. «Le Temps» rechnet damit, dass er sich dort wohl gegen eine Gegenkandidatur durchsetzen muss. Wen die anderen Parteien ins Rennen schicken, ist noch unklar.
Gesprächsstoff liefert eine weitere Einschätzung der Zeitung: Viele gehen davon aus, dass Darbellay zwei Jahre lang gleichzeitig Staatsrat in Sitten und Ständerat in Bern sein will. Bestätigt hat er das nicht.
Für die Mitte geht es um eine lange Tradition. Beide Walliser Ständeratssitze sind seit 1848 in der Hand der CVP, die heute Mitte heisst. Zudem verliert das Chablais Ende 2027 beide Vertreter in Bern: Neben Maret hört auch FDP-Nationalrat Philippe Nantermod auf.
«Das Wallis muss sich neu aufbauen und stärker werden. (Übersetzung aus dem Französischen)»
Von Troistorrents ins Stöckli
«Es ist Zeit für mich, zu einem ruhigeren Leben überzugehen», sagte die 68-jährige Maret gegenüber Radio Rhône FM (übersetzt). Nach ihrer Wiederwahl 2023 verzichtet sie auf eine dritte Amtszeit.
Vor Bern politisierte sie in Gemeinde und Kanton: Ab 1997 sass Maret im Gemeinderat von Troistorrents, von 2005 bis 2012 war sie Gemeindepräsidentin. Ab 2009 präsidierte sie vier Jahre lang den Verband Walliser Gemeinden und politisierte zehn Jahre im Grossen Rat.
In Bern führte sie zwei Jahre die Verkehrskommission des Ständerats. Spuren hinterlässt sie mit mehreren Motionen: Eine von 2023 verlangt Bundesgrenzwerte für PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien, in Böden, Abfällen und belasteten Standorten. Eine andere fordert regelmässige nationale Kampagnen gegen häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, eine dritte ermöglicht Steuerabzüge für Ladestationen von Elektroautos.
Ihre Partei würdigt sie in der Medienmitteilung als «engagierte und seriöse Parlamentarierin» (übersetzt).
«Es ist Zeit für mich, zu einem ruhigeren Leben überzugehen. (Übersetzung aus dem Französischen)»
Quellen
- Ständerat
- Wahlen 2027
- Wallis
- Mitte
- Christophe Darbellay
- Marianne Maret
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