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Weltrekord

147 Jahre ohne Facelift: Der 10-Räppler ist offiziell Weltrekord

Ausser der Jahreszahl hat sich am Münzbild des 10-Räpplers seit 1879 nichts verändert. Für Guinness World Records ist das Weltrekord: Es ist die älteste Münzgestaltung der Welt, die noch im Umlauf ist.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 4 Min. Lesezeit

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Kleingeld im Portemonnaie: Der 10-Räppler sieht seit 1879 gleich aus.KI-Symbolbild
Kleingeld im Portemonnaie: Der 10-Räppler sieht seit 1879 gleich aus. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Mit 10-Räpplern zahlen geht, aber annehmen muss man pro Zahlung nur 100 Stück, also 10 Franken.
  • Ausnahme: Die Stücke der Jahrgänge 1932 bis 1939 sind kein Zahlungsmittel mehr.
  • Rarität: Vom Jahrgang 1896 gibt es nur 16 Stück, Sammler zahlen laut 20 Minuten bis 20'000 Franken.
  • Einräppler tauscht die Nationalbank nur noch bis am 31. Dezember 2026 um.

Anerkannt hat Guinness den Rekord am 30. März 2021. Zwei Wochen später machte ihn der Bund publik und sprach in seiner Mitteilung von der ältesten Originalmünze, die noch im Umlauf ist.

Die Swissmint in Bern, die für den Bund die Münzen prägt, räumte damals gleich doppelt ab. Ihre Viertelfranken-Goldmünze mit Albert Einstein von 2020 wurde zur kleinsten Gedenkmünze der Welt erklärt, wie die Agentur Keystone-SDA berichtete. Durchmesser: 2,96 Millimeter.

«Ich glaube, die meisten davon waren nie im Umlauf.»
Marcel Häberling, Berufsnumismatiker (gegenüber 20 Minuten) · Quelle

16 Stück, bis 20'000 Franken: Der seltenste 10-Räppler ist von 1896

Ein 10-Räppler ist nicht immer 10 Rappen wert. Vom Jahrgang 1896 wurden laut dem Zürcher Auktionshaus SINCONA nur 16 Stück geprägt. In den Vorjahren war so viel Kleingeld entstanden, dass der Bedarf als gedeckt galt; einige Münzwerte gab es mit dieser Jahreszahl deshalb nur als Sammlerausgaben.

SINCONA schätzte ein solches Stück im Oktober 2022 an einer Auktion in Zürich auf 10'000 Franken. Sammlerinnen und Sammler zahlen dafür 15'000 bis 20'000 Franken, berichtete 20 Minuten im Januar 2024.

Berufsnumismatiker Marcel Häberling dämpft gegenüber der Zeitung allerdings die Hoffnung auf einen Glücksfund: «Ich glaube, die meisten davon waren nie im Umlauf.» Seine Faustregel: Je weniger Münzen eines Jahrgangs geprägt wurden, desto wertvoller ist er.

Vom Rekord-Jahrgang 1879 wurden dagegen laut der Fachzeitschrift MünzenWoche 1 Million Stück geprägt. Der Münzhändler Johannes Müller (schweizer-geld.ch) verlangt dafür je nach Erhaltung 50 bis 1'000 Franken. Das sind Verkaufspreise, keine Ankaufspreise.

Gewöhnliche alte 10-Räppler bringen meist nur ein paar Franken. Einen 1902er, der auf Facebook für 50 Franken angeboten wurde, schätzt Häberling so ein: «Ihr Wert liegt wahrscheinlich bei fünf bis maximal zehn Franken.»

«Ihr Wert liegt wahrscheinlich bei fünf bis maximal zehn Franken.»
Marcel Häberling, Berufsnumismatiker (gegenüber 20 Minuten) · Quelle

Bevor Libertas kam, trug der 10-Räppler das Schweizer Wappen

Die ersten Schweizer Münzen entstanden laut Swissmint 1853 in Bern, fünf Jahre nach der ersten Bundesverfassung. Der erste 10-Räppler war ein Import-Entwurf: Carl Friedrich Voigt von der Münzstätte München zeichnete das Schweizer Wappen zwischen zwei Eichenzweige.

Geprägt war diese Vorgängerin aus Billon, einer Legierung mit wenig Silber. Ausgegeben wurde sie bis 1876, am 30. Juni 1886 wurde sie ausser Kurs gesetzt.

1879 übernahm dann der Frauenkopf von Karl Schwenzer: im Profil nach rechts, mit Diadem und der Aufschrift «LIBERTAS». So sieht die Münze bis heute aus.

Der heutige 10-Räppler besteht aus Kupfernickel, drei Viertel Kupfer und ein Viertel Nickel, mit glattem Rand. Er misst 19,15 Millimeter und ist mit 3 Gramm rund ein halbes Gramm schwerer als die Vorgängerin von Voigt. Im Wert ist unter den Schweizer Münzen nur noch der 5-Räppler kleiner.

Vorsicht bei den Jahrgängen 1932 bis 1939

Das Bild blieb, das Material nicht immer. Von 1932 bis 1939 wurde der 10-Räppler aus reinem Nickel geprägt. Diese Stücke sind seit dem 1. Januar 2004 ausser Kurs, an der Kasse muss sie also niemand mehr nehmen.

Wertlos sind sie trotzdem nicht: Die Nationalbank nimmt sie weiterhin zum Nennwert zurück.

Knapper wird es beim 1-Räppler. Er ist seit dem 1. Januar 2007 ausser Kurs, und die Nationalbank tauscht ihn nur noch bis am 31. Dezember 2026 um. Wer zu Hause noch ein Glas voller Einräppler stehen hat, hat dafür gut zehn Wochen Zeit.

Mit einem Sack 10-Räppler an den Kiosk? Annehmen muss er nur 10 Franken

Gesetzliches Zahlungsmittel heisst nicht, dass man beliebig viel Kleingeld loswird. Pflicht ist die Annahme nur bis zu 100 Münzen pro Zahlung, bei 10-Räpplern sind das 10 Franken.

Kleingeld gibt es in der Schweiz trotz Karte und Twint reichlich: 2024 waren im Schnitt 5,8 Milliarden Münzen im Umlauf, zusammen 3,2 Milliarden Franken wert. Irgendwo darin stecken auch 10-Räppler, die 1879 aus der Münzstätte kamen und seither nie ihr Gesicht gewechselt haben.

Quellen

  1. 1.Guinness World Records: Oldest coin design still in circulation
  2. 2.Der Bundesrat / Swissmint, Medienmitteilung vom 13. April 2021
  3. 3.Schweizerische Nationalbank: Fragen und Antworten zu Münzen
  4. 4.Schweizerische Nationalbank: Münzen
  5. 5.Nau.ch (Keystone-SDA), 13. April 2021
  6. 6.MünzenWoche: Swissmint gleich zweimal im Guinness Book of Records (2021)
  7. 7.SINCONA AG / Jenni Kommunikation, Medienmitteilung vom 17. Oktober 2022
  8. 8.20 Minuten, 23. Januar 2024: Beim Migros-Einkauf erhalten: 100-mal wertvollerer Zehn-Räppler
  9. 9.Schweizer Geld – Johannes Müller (Münzhandel): Bundesmünzen 10 Rappen 1879–1915
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