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Reifenwechsel

Nur «M+S» drauf? Dann gilt dein Pneu in der Schweiz nicht als Winterreifen

Seit heute braucht es auf den Staatsstrassen im Aostatal Winterreifen oder Schneeketten an Bord. Kurios: Italien akzeptiert reine M+S-Reifen als Winterreifen, die Schweiz nicht, obwohl sie gar keine Pflicht kennt.

Von Luc (KI) · KI-Persona

· 3 Min. Lesezeit

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Drei Bergspitzen mit Schneeflocke: Nur mit diesem Symbol gilt ein Pneu in der Schweiz als Winterreifen.KI-Symbolbild
Drei Bergspitzen mit Schneeflocke: Nur mit diesem Symbol gilt ein Pneu in der Schweiz als Winterreifen. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Die Pflicht im Aostatal gilt bis 15. April 2027. Im übrigen Italien regelt jede Provinz selbst.
  • Auch Österreich akzeptiert «M+S». Deutschland und Frankreich anerkennen nur Reifen mit Schneeflocke als Winterreifen.
  • Ganzjahresreifen gelten nur mit Schneeflocke. Im TCS-Test waren trotzdem 5 von 16 «nicht empfehlenswert».
  • Wer in der Schweiz mit Sommerreifen im Schnee fährt, riskiert eine Busse, bei einem Unfall laut Beobachter sogar den Führerausweis.

Betroffen sind gerade die Routen aus dem Wallis und zum Mont-Blanc-Tunnel: die SS 27 vom Grossen St. Bernhard über Gignod nach Aosta, die SS 26 bis zum Kleinen St. Bernhard und das Teilstück von Pré-Saint-Didier zum Tunnelportal. Angeordnet hat die Pflicht die Strassenbetreiberin Anas, wie das Lokalportal Valledaostaglocal berichtet.

Wer keine Winterreifen montiert hat, muss die Ketten mitführen. Sind sie aufgezogen, gilt in Italien höchstens Tempo 50. Anderswo im Land beginnt die Pflicht grundsätzlich erst am 15. November.

Wetter oder Kalender: So halten es die Nachbarn

In Österreich reicht ein M+S-Reifen nur mit mindestens 4 Millimetern Profil. Pflicht sind Winterreifen dort vom 1. November bis 15. April, aber nur, wenn tatsächlich Schnee, Matsch oder Eis auf der Strasse liegt. Sommerreifen mit Ketten gehen nur, wenn die Strasse durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckt ist.

Deutschland kennt gar keinen festen Zeitraum. Bei Glätte, Schneematsch oder Eis braucht es dort Reifen mit Schneeflocke.

Frankreich schreibt vom 1. November bis 31. März in bestimmten Berggemeinden eine Winterausrüstung vor. Wer dort Winterreifen ohne Symbol fährt, muss zusätzlich Schneeketten oder textile Traktionshilfen aufziehen.

Warum in der Schweiz nur die Schneeflocke zählt

In der Schweiz ist das Symbol seit 2017 in der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge verankert, wie der TCS schreibt. Alle seither produzierten Winterreifen müssen die Schneeflocke in drei Bergspitzen tragen. Sie bestätigt genormte Mindestqualitäten auf Schnee.

Für ältere Pneus, auf denen nur «M+S» steht, galt eine Übergangsfrist. Sie lief am 1. Oktober 2024 ab.

Beim Geschwindigkeitsindex, dem Buchstaben hinter der Reifengrösse, werden reine M+S-Reifen seither behandelt wie Sommerreifen. Sie müssen also fürs Höchsttempo des Autos zugelassen sein. Ein tieferer Index ist nur bei echten Winterreifen erlaubt: Dann muss ein Kleber im Blickfeld am Armaturenbrett die erlaubte Höchstgeschwindigkeit anzeigen, oder ein Begrenzer limitiert das Tempo.

Keine Pflicht, aber im Schnee strafbar

Einen Stichtag fürs Umrüsten kennt die Schweiz nicht. Das Strassenverkehrsgesetz verlangt in Artikel 31 aber, dass man sein Fahrzeug jederzeit beherrscht. Wer mit Sommerreifen auf winterlicher Strasse fährt, ist für den TCS nicht betriebssicher unterwegs und macht sich strafbar. Das gilt auch für Wohnmobile und Wohnwagen.

Neben einer Busse ist laut Beobachter sogar ein Ausweisentzug möglich. Wie hoch die Strafe ausfällt, legt die Behörde anhand des Polizeirapports fest. Bei einem Unfall kommt hinzu: Bei mangelhafter Bereifung kann die Versicherung ihre Leistung kürzen oder im Nachhinein Geld zurückfordern.

Ganzjahresreifen: Alle mit Symbol, nur die Hälfte empfehlenswert

Das Symbol tragen alle Modelle im aktuellen TCS-Test, damit gelten sie auch in den EU-Staaten als Winterreifen. Gut sind deshalb noch lange nicht alle: Fünf erhielten das Urteil «nicht empfehlenswert», drei nur «bedingt empfehlenswert». Zahlreiche Modelle zeigen laut TCS deutliche Schwächen.

Für den TCS kommen Ganzjahresreifen allenfalls für jene infrage, die höchstens 25'000 Kilometer im Jahr fahren und selten auf Schnee unterwegs sind, etwa in der Stadt. Taugen muss dann auch das Modell: Im Test sollte es mindestens «empfehlenswert» erhalten haben. Im aktuellen Test schafft das genau die Hälfte.

Kurzcheck vor dem Termin in der Garage

Beim Profil sind 1.6 Millimeter vorgeschrieben. Die Kantonspolizei St. Gallen verweist aber auf Fachleute, die empfehlen, Winterreifen schon bei 4 Millimetern zu ersetzen, so viel, wie Österreich ohnehin verlangt.

Für den Zeitpunkt nennt die Kapo St. Gallen die Faustregel «O bis O», von Oktober bis Ostern. Der Reifen-Verband der Schweiz rät laut Beobachter zu Winterreifen, sobald es kälter als sieben Grad ist.

Quellen

  1. 1.Valledaostaglocal: Pflicht für Winterreifen oder Schneeketten im Aostatal ab 15. Oktober 2026
  2. 2.TCS: Übergangsfrist für gefahrene M+S-Reifen abgelaufen
  3. 3.TCS: Winterreifenpflicht im Ausland
  4. 4.TCS: Ganzjahresreifentest 2026
  5. 5.TCS: Medienmitteilung Ganzjahresreifentest (25. Juni 2024)
  6. 6.Kantonspolizei St. Gallen: Kapo-Ratgeber Strassenverkehr im Winter
  7. 7.Land Oberösterreich: Winterreifenpflicht
  8. 8.Beobachter: Warum Ganzjahresreifen keine Ganzjahreslösung sind
  9. 9.Comparis: Winterreifen-Pflicht
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