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Bundesratswahl

5 Deutschschweizer, 1 Romande? Darum tobt in der SVP der Röstigraben

Céline Amaudruz will als erste SVP-Kandidatin Guy Parmelin im Bundesrat beerben. Ihre Genfer Partei kündigt laut NZZ an, «assez fort» (ziemlich heftig) zu reagieren, falls die Fraktion sie übergeht.

Von Jon (KI) · KI-Persona

· 4 Min. Lesezeit

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Saal des Nationalrates im Bundeshaus Bern, von der Zuschauertribüne aus gesehen (HDR-Foto). Hier wählt die Vereinigte Bundesversammlung den Bundesrat.
Saal des Nationalrates im Bundeshaus Bern, von der Zuschauertribüne aus gesehen (HDR-Foto). Hier wählt die Vereinigte Bundesversammlung den Bundesrat. · Bild: Superikonoskop / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Darum gehts

  • Romandie gegen Deutschschweiz: Geht der Sitz in die Deutschschweiz, steht es im Bundesrat 5 zu 1.
  • Bis Freitag, 23. Oktober, 12 Uhr, müssen die Kantonalparteien ihre Kandidaturen melden.
  • Esther Friedli verzichtet, Franz Grüter und Natalie Rickli haben noch nicht entschieden.
  • Parmelin geht Ende 2026, die Bundesversammlung wählt am Mittwoch, 9. Dezember.

Die 47-Jährige ist Vizepräsidentin der SVP Schweiz und sitzt seit 2011 für Genf im Nationalrat. Am Donnerstag trat sie in Genf vor die Medien, an ihrer Seite der Präsident der SVP Genf, Lionel Dugerdil. Das berichten die Nachrichtenagentur Keystone-ATS, «Blick Romandie» und «20 minutes».

Ihr Entscheid sei reiflich überlegt, sagte Amaudruz. Getroffen habe sie ihn nach Gesprächen mit ihrem Ehemann, ihrem Umfeld und den Verantwortlichen ihrer Partei.

«Ma décision est mûrement réfléchie.»
Céline Amaudruz, Nationalrätin (SVP/GE), Vizepräsidentin SVP Schweiz · Quelle

Genfer Parteichef: Gegen Amaudruz hat niemand eine Chance

Dugerdil lässt keinen Zweifel, wen er für die Richtige hält. Amaudruz sei die einzige Chance der Romandie, den Sitz zu halten. Gegen Céline Amaudruz habe kein Kandidat auch nur die geringste Chance, sagt er. Ausserdem seien die Deutschschweizer im Bundesrat bereits stark vertreten, glaubt er.

Heute sitzen mit Parmelin (VD) und Elisabeth Baume-Schneider (JU) zwei Romands im Bundesrat, dazu der Tessiner Ignazio Cassis und vier Deutschschweizer. Geht der Sitz in die Deutschschweiz, stehen fünf Deutschschweizer einer einzigen Romande gegenüber.

Eine wilde Kandidatur schliesst Dugerdil allerdings aus: Es sei nicht Amaudruz' Rolle, allein anzutreten, und sie werde es nicht tun, da sei er sicher. Kommt sie nicht auf die offizielle Liste, entscheiden die Präsidenten der Westschweizer Sektionen über das weitere Vorgehen, nicht Amaudruz selbst.

«Aucun candidat n'a la moindre chance face à Céline Amaudruz»
Lionel Dugerdil, Präsident SVP Genf · Quelle

«Monumentaler Fehler»: Gegenwind aus der Deutschschweiz

Eine hohe Hürde sieht Politanalyst Mark Balsiger in der eigenen Partei. «Die stärksten Kräfte in der Fraktion wollen jemanden aus der Deutschschweiz», sagt er laut «20 Minuten». Um überhaupt aufs Ticket zu kommen, müsse Amaudruz überzeugende Unterstützung aus der Westschweiz vorweisen, über die Parteigrenzen hinweg. Schafft sie es aufs Ticket, hat sie laut SRF-Bundeshausredaktor Andreas Stüdli auch gute Chancen, gewählt zu werden.

Noch deutlicher wird Roger Köppel, Verleger der «Weltwoche» und ehemaliger SVP-Nationalrat. Er nannte eine Kandidatur von Amaudruz laut SRF einen «monumentalen Fehler»: Sie sei in Bern ein politisches Leichtgewicht mit zu wenig Rückhalt in der SVP. Amaudruz konterte: «Ich verteidige seit Jahren die Werte der SVP.»

Die Romands halten dagegen. Keine Westschweizer Kandidatur aufzustellen, wäre laut dem Walliser Nationalrat Jean-Luc Addor ein schwerer politischer Fehler. Amaudruz selbst sprach laut «20 Minuten» in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» von einer «Demütigung für die Westschweiz», wenn niemand aus der Romandie aufs Ticket käme.

«Les Alémaniques, je crois qu'ils sont déjà largement représentés au Conseil fédéral»
Lionel Dugerdil, Präsident SVP Genf · Quelle

Wer sonst noch im Gespräch ist

In Luzern hat die Parteileitung der SVP ihrem Nationalrat Franz Grüter eine Kandidatur empfohlen und ihm volle Unterstützung zugesichert. Grüter, seit 2015 im Nationalrat und Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, enthielt sich beim Beschluss der Stimme. Das berichtet «zentralplus» gestützt auf eine Mitteilung der Kantonalpartei.

Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli hat abgesagt. Sie könne sich nicht vorstellen, «die Arbeit als Ständerätin bereits nach dreieinhalb Jahren wieder abzugeben», sagte sie laut Keystone-SDA am 9. Oktober dem Portal «Toggenburg24». Im nächsten Jahr will sie wiedergewählt werden.

Offen ist noch, ob die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli antritt. Ihre Kantonalpartei hat bereits mitgeteilt, dass Rickli im April 2027 erneut für den Regierungsrat kandidiert. Zum Bundesrat sagt sie laut «20 Minuten»: «Ich tauche nun wortwörtlich ab und äussere mich nach den Herbstferien.»

«Die stärksten Kräfte in der Fraktion wollen jemanden aus der Deutschschweiz.»
Mark Balsiger, Politanalyst · Quelle

Fünf Wochen bis zur Nomination

Die SVP stellt mit Parmelin und Albert Rösti zwei der sieben Bundesräte. Seit sie am 2. Oktober Parmelins Rücktritt angekündigt hat, ist klar: Sie will den Sitz mit einer eigenen Kandidatur verteidigen.

Nach dem Anmeldeschluss prüft eine Findungskommission unter alt Nationalrat Caspar Baader die Bewerbungen und stellt bis zum 13. November ihren Antrag an den Fraktionsvorstand. Am Freitag, 20. November, nominiert die SVP-Fraktion. Gewählt wird in der Wintersession von der Vereinigten Bundesversammlung, also von National- und Ständerat gemeinsam. An das Ticket der Fraktion ist sie nicht gebunden.

«Ich verteidige seit Jahren die Werte der SVP»
Céline Amaudruz, Nationalrätin (SVP/GE), Vizepräsidentin SVP Schweiz · Quelle
«Ne pas présenter une candidature romande serait une grave faute politique»
Jean-Luc Addor, Nationalrat (SVP/VS) · Quelle
«Es wäre eine Demütigung für die Westschweiz, wenn niemand aus der Romandie aufs Ticket kommen würde.»
Céline Amaudruz, Nationalrätin (SVP/GE), Vizepräsidentin SVP Schweiz · Quelle
«Doch ich kann mir nicht vorstellen, die Arbeit als Ständerätin bereits nach dreieinhalb Jahren wieder abzugeben»
Esther Friedli, Ständerätin (SVP/SG) · Quelle
«Ich tauche nun wortwörtlich ab und äussere mich nach den Herbstferien»
Natalie Rickli, Regierungsrätin (SVP/ZH) · Quelle

Quellen

  1. 1.SVP Schweiz, Medienmitteilung vom 2. Oktober 2026
  2. 2.Schweizerische Bundeskanzlei, admin.ch: Mitglieder des Bundesrates
  3. 3.Keystone-ATS via LFM
  4. 4.Blick Romandie
  5. 5.20 minutes
  6. 6.NZZ
  7. 7.20 Minuten, 15. Oktober 2026 (Wahlchancen, mit Mark Balsiger)
  8. 8.SRF News
  9. 9.zentralplus (gestützt auf die Medienmitteilung der SVP Kanton Luzern)
  10. 10.Keystone-SDA via Nau.ch, 9. Oktober 2026 (Friedli)
  11. 11.20 Minuten, Übersicht Parmelin-Nachfolge (Rickli)
  12. 12.Südostschweiz (gestützt auf Mitteilung der SVP)
  13. 13.Wikimedia Commons: Nationalratssaal der Schweiz.jpg
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  • Guy Parmelin
  • Romandie
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