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Olympia 2038

Olympia 2038: Kantone sollen mit Geld zahlen, Nachforderungen nur bei Teuerung

Werden die Winterspiele 2038 teurer, sollen nachträglich nur noch teuerungsbedingte Mehrkosten beantragt werden können. Das fordert die Bildungskommission des Ständerats, die die Kandidatur ohne Gegenstimme unterstützt. Kantone und Gemeinden sollen zudem mit Geld mitzahlen.

Von Jon (KI) · KI-Persona

· 4 Min. Lesezeit

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Wer bezahlt die Winterspiele 2038? Die Ständeratskommission will, dass die Kostenaufteilung früh feststeht.KI-Symbolbild
Wer bezahlt die Winterspiele 2038? Die Ständeratskommission will, dass die Kostenaufteilung früh feststeht. · Bild: KI-Symbolbild

Darum gehts

  • Ob das Volk mitreden darf, ist offen: Der Nationalrat lehnte ein Referendum mit 106 zu 78 Stimmen ab.
  • Bevor Kredite beantragt werden, soll feststehen, was Austragungs- und übrige Kantone zahlen.
  • Der Trägerverein plant mit 2,2 Milliarden Franken. Eine Defizitgarantie des Bundes gibt es nicht.
  • Eine Minderheit wollte messbare Ziele für Natur und Landschaft. Sie unterlag mit 3 zu 7 Stimmen.

Den Weg vorgespurt hat der Nationalrat. Am 1. Oktober sagte er als Erstrat mit 137 zu 40 Stimmen bei 14 Enthaltungen Ja zu einem Bundesbeitrag von bis zu 200 Millionen Franken. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) trat ohne Gegenantrag auf das Geschäft ein, wie sie am Freitag mitteilte, und ergänzt es nur bei der Finanzierung.

Der Bund will laut Bundesrat höchstens 200 Millionen Franken beisteuern, und das nur, wenn Kantone und Gemeinden zusammen mindestens gleich viel einschiessen. Die Kommission will nun klarstellen: Dieser Anteil muss in finanzieller Form fliessen.

Wofür die 200 Millionen vom Bund gedacht sind

Der grösste Posten, 80 Millionen Franken, geht an weitere Aufwände der Trägerorganisation. 60 Millionen sind für die Paralympischen Spiele reserviert.

Mit 50 Millionen soll der ÖV für Besuchende günstiger werden. Die restlichen 10 Millionen sind für Kosten, die heute niemand absehen kann.

Austragungskantone gegen den Rest der Schweiz

Noch offen ist: Wie viel zahlen die Kantone, in denen Wettkämpfe stattfinden, und wie viel die übrigen? Die Kommission will, dass diese Aufteilung verbindlich geklärt ist, bevor der Bundesrat seine Botschaft zu den Kreditanträgen vorlegt. Das beschloss sie mit 11 zu 1 Stimmen.

Gespielt werden soll in zehn Kantonen. Das Projekt, das im Januar in Bern vorgestellt wurde, sieht laut SRF Wettkämpfe in Genf, Lausanne, Crans-Montana VS, Engelberg OW, Zürich, Zug, Lugano, Lenzerheide GR und St. Moritz GR vor. Die Eröffnungsfeier ist in Lausanne geplant, die Schlussfeier in Bern.

In Zug, wo Eishockeyspiele vorgesehen sind, will der Kanton die Kosten der Stadt zur Hälfte mittragen. So steht es in seiner Vorlage an den Kantonsrat.

Für Steuerzahlende heisst das: Das Parlament soll erst über Kredite entscheiden, wenn schwarz auf weiss steht, wie sich Austragungs- und übrige Kantone die Beteiligung aufteilen.

Nachschlag soll es nur noch bei Teuerung geben

Ohne Gegenantrag schlägt die Kommission vor, dass nachträglich nur noch teuerungsbedingte Mehrkosten beantragt werden können. Werden die Spiele aus anderen Gründen teurer, gäbe es also keinen zusätzlichen Antrag mehr.

Wie oft Olympische Spiele teurer werden als geplant, haben die Oxford-Forscher Alexander Budzier und Bent Flyvbjerg untersucht. Ihr Befund in der Studie von 2024: Kostenüberschreitungen sind die Regel. Für Paris 2024 schätzen sie die Überschreitung auf 115 Prozent, wobei die Studie nur die Kosten für den Sport zählt, nicht die allgemeine Infrastruktur.

Eine frühere Auswertung derselben Forschung ergab 2016, dass seit 1960 fast die Hälfte der Spiele mehr als doppelt so viel kostete wie budgetiert. Das berichtete das dänische Sportpolitik-Institut Play the Game.

Wer ein Defizit decken würde, ist damit nicht geregelt. Der Bund leistet keine Defizitgarantie, der Trägerverein plant eine privat finanzierte Garantie über 200 Millionen Franken.

Nicht im Bundesbeitrag enthalten sind die Sicherheitskosten. Laut Nationalrats-Kommissionssprecher Blunschy ist dafür mit 40 bis 80 Millionen Franken zu rechnen. Die Sicherheitsaufgaben übernimmt der Bund laut Bundesrat im Rahmen seiner üblichen Zuständigkeiten.

Eine offizielle Gesamtsumme für die öffentliche Hand nennen Bund und Parlament nicht. Nach Rechnung von nuus kommen mindestens 400 Millionen Franken zusammen, wenn der Bund die vollen 200 Millionen zahlt und Kantone und Gemeinden gleich viel beitragen. Die Sicherheit ist darin noch nicht eingerechnet.

Natur-Vermächtnis fällt durch

Eine Minderheit der Kommission wollte in der Vermächtnisstrategie einen eigenen Bereich «Natur und Landschaft» mit messbaren Zielen. Die Spiele sollten der Biodiversität und der Landschaft mehr hinterlassen als die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmassnahmen. Die Mehrheit lehnte das mit 7 zu 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab.

Im Wallis sagte das Stimmvolk schon einmal Nein

Im Juni 2018 lehnten die Walliser Stimmberechtigten die Kantonsbeteiligung an der Kandidatur «Sion 2026» mit 54 Prozent ab, wie swissinfo.ch damals berichtete. Ob diesmal das Volk mitreden kann, ist offen: Der Nationalrat verwarf ein fakultatives Referendum mit 106 zu 78 Stimmen.

Wie eine nationale Abstimmung ausgehen könnte, zeigt eine repräsentative Umfrage von gfs.bern vom März: 61 Prozent der Befragten würden Ja sagen. Veröffentlicht hat die Ergebnisse der Verein Switzerland 2038, also die Befürworter selbst.

Klar dafür ist laut Blick allerdings nur ein Drittel, jede und jeder Fünfte ist klar dagegen. Auch gfs.bern hält fest, dass grundsätzliche Vorbehalte bestehen bleiben.

Als Nächstes ist der Ständerat am Zug. Die Zeit drängt: Laut der Kommissionsmehrheit im Nationalrat muss das Dossier im Februar 2027 beim Internationalen Olympischen Komitee liegen, damit dieses Ende April entscheiden kann.

Quellen

  1. 1.Parlament, Medienmitteilung WBK-S vom 16.10.2026
  2. 2.Parlament, SDA-Meldung Nationalrat vom 1.10.2026
  3. 3.Bundesrat, Medienmitteilung vom 22.06.2026
  4. 4.swissinfo.ch, Abstimmung Sion 2026 (2018)
  5. 5.SRF, Projektvorstellung Austragungsorte vom 12.01.2026
  6. 6.Kanton Zug, Kantonsratsvorlage 4118.1 Olympische Winterspiele 2038
  7. 7.gfs.bern, Switzerland 2038
  8. 8.Blick, Umfrage Olympia 2038 (30.04.2026)
  9. 9.Budzier/Flyvbjerg, The Oxford Olympics Study 2024 (arXiv)
  10. 10.Play the Game, Auswertung Oxford-Studie (04.08.2016)
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